ANZEIGE

Frankreichs Schuldenkrise: Droht eine Ausbreitung auf ganz Europa?

Risikoaufschlag französischer Staatsanleihen über 150 Basispunkte – doch strukturelle Schutzmaßnahmen sollen eine systemische Krise verhindern.

• 3 Min
Frankreichs Schuldenkrise: Droht eine Ausbreitung auf ganz Europa?

Die wachsenden fiskalischen Probleme Frankreichs haben den Risikoaufschlag französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen bereits über 150 Basispunkte getrieben. Trotz dieser Entwicklung bleibt das Risiko einer systemischen Schuldenkrise in der Euro-Zone oder einer grenzüberschreitenden Kontagion im Vergleich zur Turbulenz der frühen 2010er Jahre gering. Zu diesem Ergebnis kommen Analysen von Capital Economics und Mapfre AM.

Andrew Kenningham, Chief Europe Economist bei Capital Economics, schrieb, dass Frankreich zwar auf eine eskalierende Fiskalkrise zusteuere, die die Zinsaufschläge für Staatsanleihen wahrscheinlich weiter erhöhen werde. Strukturelle Schutzmaßnahmen sollten jedoch dafür sorgen, dass die Auswirkungen weitgehend auf den französischen Staatsschuldenmarkt begrenzt blieben.

Ismael García Puente, stellvertretender Direktor der Investment-Strategie bei Mapfre AM, teilt diese Einschätzung. Für eine umfassende Finanzkrise bedürfe es aus seiner Sicht dreier Bedingungen: einer französischen Regierung, die ihre fiskalische Realität leugnet; europäische Partner, die bereit sind, den Zusammenbruch dieser Regierung in Kauf zu nehmen; sowie das Fehlen institutioneller Kriseninstrumente. "Keine dieser drei Bedingungen ist derzeit gegeben", sagte García Puente.

Privatsektor und Banken als Puffer

Ein wesentlicher Unterschied zur Schuldenkrise der frühen 2010er Jahre zeigt sich beim französischen Privatsektor. Die Kreditkosten des französischen Privatsektors seien deutlich weniger gestiegen als die Renditen für Staatsanleihen. Dadurch können Blue-Chip-Unternehmen wie LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE und Airbus SE zu Renditen unterhalb derjenigen des französischen Staates finanzieren. Auch die heimischen Banken sind weniger exponiert: Französische Inlandsbanken halten nur rund 2 % ihrer Gesamtanlagen in inländischen Staatsanleihen – ein Bruchteil der staatlichen Exposure, die Banken in Italien oder Spanien vorweisen.

Auf dem Bankensektor betonte García Puente, dass europäische Kreditgeber heute weitaus besser kapitalisiert seien und eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung staatlicher Konjunkturprogramme spielten. "Derzeit sind Banken wichtiger denn je als Vehikel zur Finanzierung aller Konjunkturpläne", sagte García Puente. "Obwohl ihre Exposure gegenüber französischen Schulden sie kurzfristig belasten mag, sind ihre Fundamentaldaten solide und sie stellen für uns kein Problem dar."

Institutionelle Schutzmechanismen und gesunkene Fragmentierungsrisiken

Im Gegensatz zur fragmentierten Politikumgebung der Jahre 2010 bis 2012 hat die Europäische Zentralbank Rückgratmechanismen etabliert, insbesondere das Transmission Protection Instrument (TPI), um "unschuldige" Länder vor ungerechtfertigten Renditesprüngen zu schützen. Die breiteren Volkswirtschaften des Euroraums leiden zudem nicht unter großen externen Ungleichgewichten. Wichtige Mitgliedstaaten außerhalb Griechenlands verzeichnen ausgeglichene Leistungsbilanzen oder Überschüsse, bei beherrschbarer privater Verschuldung und stabilen Immobilienmärkten.

Das politische Risiko einer Fragmentierung der Einheitswährung hat nachgelassen. Die führende französische Rechtspolitikerin Marine Le Pen hat ihre Position gegen den Euro vor Jahren aufgegeben, und parallele Währungsinitiativen in Italien stehen weiterhin nicht auf der Tagesordnung.

Kenningham warnte dennoch davor, dass eine offene politische Konfrontation zwischen einer zukünftigen französischen Regierung und den Behörden der Europäischen Union hinsichtlich der Defizitdisziplin die Lage verschärfen könnte.

Vorsichtiger Blick auf den Euro und die Aktienmärkte

Mapfre AM nimmt gegenüber der Einheitswährung eine vorsichtigere Haltung ein und behält eine moderat negative Sicht auf den Euro gegenüber dem Dollar bei. Als Grund werden strukturell höhere Inflationserwartungen in den USA angeführt, die die Zinsdifferenzen zwischen den Atlantikpartnern zugunsten des US-Dollars halten könnten.

Bei globalen Aktien verwies García Puente darauf, dass die Unternehmensgewinne im dritten Quartal entscheidend sein würden, um die aktuellen Bewertungen an den Aktienmärkten zu stützen. Da die Prognosen der Analysten eher konservativ ausfielen, verwies er auf potenzielle positive Überraschungen, wenn die Investitionen in KI-Infrastruktur in eine breitere Einsatzphase in industriellen und nicht-technologischen Sektoren übergingen.

Für deutsche Anleger bleibt die Kernaussage: Frankreichs fiskalische Probleme sind ernst, aber die institutionellen Schutzmechanismen der Euro-Zone und die soliden Fundamentaldaten des europäischen Bankensektors begrenzen derzeit das Risiko einer flächendeckenden Schuldenkrise.

Frankreich SchuldenkriseStaatsanleihen RisikoaufschlagEuro-Zone KontagionCapital EconomicsMapfre AmTransmission Protection InstrumentFranzösische StaatsanleihenEzb Tpi

Meistgelesene News

  1. KI nur für Top-Mitarbeiter: Paysend-CEO setzt auf Leistungsnachweis
  2. XRP als Millionärsmacher? Warum ein 1.000-facher Anstieg unrealistisch ist
  3. Iran bietet Öffnung der Straße von Hormus an: Spannungen eskalieren
  4. Tesla nach Q3-Zahlen: Warum die Aktie trotz Rabatt teuer bleibt
  5. Shell und Exxon verkaufen Chemiekonzern Infineum für 8 Milliarden Dollar

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.