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Ford in Köln vor ungewisser Zukunft

Patronatserklärung gekündigt, 1600 Stellen bedroht, Betriebsrat fürchtet Insolvenz

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 Ford in Köln vor ungewisser Zukunft

Vor dem Kölner Ford-Werk haben sich am Mittwochmorgen erstmals Streikposten der IG Metall formiert. Die Aktion ist Ausdruck wachsender Sorgen um den Fortbestand des traditionsreichen Standorts. Der Betriebsrat sieht den Fortbestand der europäischen Aktivitäten des US-Autoherstellers in Gefahr. Hintergrund ist die im März erfolgte Kündigung einer Patronatserklärung durch die Konzernmutter, die seit 2006 für Schulden der Ford-Werke GmbH bürgte. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Benjamin Gruschka warnt davor, dass dies den Weg für eine mögliche Insolvenz ebne.

Zwar hat Ford seiner Tochtergesellschaft Kapital zugeführt, doch der Fehlbetrag im Geschäftsbericht 2023 beläuft sich auf rund neun Milliarden Euro. Die bislang bestehende Finanzierung über Konzernkreditlinien war durch die Patronatserklärung abgesichert. Ohne diese Garantie wird eine Neuordnung der Finanzierung notwendig. Die Arbeitnehmervertreter drängen nun auf ein „insolvenzgeschütztes Sicherungsnetz“, das im Ernstfall Mittel für Abfindungen und weitere Leistungen bereitstellen soll.

Ford selbst äußerte sich nicht konkret zur aktuellen Situation. In einer Mitteilung verwies das Unternehmen auf laufende Gespräche mit den Sozialpartnern. Die Konzernmutter betonte, dass die Kapitaleinlage die finanzielle Stabilität erhöhe und die Patronatserklärung überflüssig mache. Man wolle die Ford-Werke finanziell auf eine Ebene mit anderen Tochtergesellschaften weltweit stellen.

Trotz laufender Sparprogramme und einer Beschäftigungsgarantie bis 2032 sollen bis Ende 2027 in Deutschland weitere 2900 Stellen abgebaut werden. Allein in Köln sind potenziell bis zu 1600 Stellen bedroht. Grund dafür sind unter anderem rückläufige Verkaufszahlen der dort produzierten Elektroautos Explorer und Capri. Derzeit werde in zwei Schichten produziert, doch laut Betriebsrat würde angesichts der geringen Auslastung theoretisch auch eine Schicht genügen.

Zudem gibt es keine konkreten Nachfolgepläne für neue Modelle am Standort Köln. Auch für das Werk im spanischen Valencia ist unklar, ob ein neues Modell in Produktion geht. Die ursprünglichen Pläne für eine eigene Elektroplattform wurden aufgegeben. Ford setzt stattdessen auf eine „Multi-Energy-Plattform“. Allerdings stammt bei den aktuellen Modellen ein Großteil der Wertschöpfung von Volkswagen, was den Einfluss von Ford auf die Kostenentwicklung einschränkt. Der neue Strategievorstand Marin Gjaja erklärte, es sei ungewiss, wann und wie eine vollständige Elektrifizierung umgesetzt werden könne.

FordDeutschlandStreik IG MetallAutoindustrie

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