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Fintechs trotzen schwierigen Zeiten

Erfolgreiche Wachstumsunternehmen und neue Partnerschaften trotz niedriger Finanzierungsniveaus

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Fintechs trotzen schwierigen Zeiten

Das Finanzierungsumfeld für deutsche Fintechs bleibt weiterhin schwierig. Anfang des Jahres zeigte sich ein vielversprechender Start für Finanz-Start-ups, doch die anfängliche Dynamik hat sich inzwischen deutlich abgeschwächt. „Der Markt befindet sich weiterhin in einer Phase der Bodenbildung“, sagte Peter Barkow vom gleichnamigen Analysehaus. Die letzten drei Halbjahre waren in Bezug auf das Volumen und die Anzahl der Transaktionen fast schon „erstaunlich konstant“.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erhielten deutsche Fintechs in 46 Finanzierungsrunden insgesamt 494,4 Millionen Euro von Investoren. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es in 43 Finanzierungsrunden 430,3 Millionen Euro. Auch international bleibt das Investitionsniveau gering. Weltweit nahmen Fintechs in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in 1455 Finanzierungsrunden 18,7 Milliarden Dollar ein, verglichen mit 24,7 Milliarden Dollar im Jahr 2023. Diese Zahlen wurden von McKinsey und Dealroom veröffentlicht.

Max Flötotto, Leiter der Bankenberatung bei McKinsey, erklärte, dass der Markt sich bereinigt habe. Es gebe klare Gewinner in den einzelnen Fintech-Segmenten, die auch ohne neue Wagniskapital-Investitionen bestehen könnten. Trotz des niedrigen Finanzierungsniveaus im Vergleich zu 2021 nehmen die Erfolgsmeldungen von Fintechs zu. So erzielte die britische Neobank Revolut im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 437,8 Millionen Pfund vor Steuern, nach einem Verlust von 25,4 Millionen Pfund im Vorjahr.

Die Berliner Einlagen- und Anlageplattform Raisin bereitet sich auf einen Börsengang vor und strebt 2025 ein Initial Public Offering (IPO) an. Erste Gespräche mit Banken wurden bereits geführt, und das Unternehmen schrieb 2023 erstmals schwarze Zahlen. Auch der Berliner Neobroker Trade Republic sorgte Anfang des Jahres durch die Einführung einer Bezahlkarte für Aufsehen, sodass sich Nutzer aufgrund der hohen Nachfrage auf eine Warteliste setzen mussten. In den ersten fünf Monaten gewannen sie eine Million aktive Kartennutzer, und ein Girokonto soll bald folgen.

Die Relevanz von Fintechs zeigt sich auch in den Partnerschaften zwischen diesen Wachstumsunternehmen und traditionellen Banken. So gab die österreichische Kryptohandelsplattform Bitpanda Mitte April die Zusammenarbeit mit der Landesbank Baden-Württemberg bekannt. Gemeinsam wollen sie den LBBW-Unternehmenskunden die Verwahrung und Beschaffung von Kryptowerten ermöglichen.

Laut Flötotto sind B2C-Fintechs mittlerweile wieder etwas gefragter, obwohl B2B-Fintechs oftmals robustere Geschäftsmodelle aufweisen. Das Berliner Unternehmen Solaris konnte nach einer monatelangen Hängepartie seine Finanzierungsrunde erweitern und 96 Millionen Euro von Bestandsinvestoren einsammeln. Solaris ermöglicht anderen Start-ups, die Banklizenz des Instituts zu nutzen.

Flötotto betonte, dass Geld nur für Unternehmen zur Verfügung stehe, die mehr als nur ein Versprechen darstellten. Trotz des schwierigen Finanzierungsumfelds blieb die Branche bisher weitestgehend von einer großen Pleitewelle verschont. Unternehmen können ihre monatlichen Kosten, die sogenannte Burn-rate, drastisch senken, um länger liquide zu bleiben. Flötotto prognostiziert jedoch eine bevorstehende Welle von Exits, bei denen Gründer ihre Unternehmen verlassen werden.

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