ANZEIGE

Fed-Zinsentscheid: Inflation oder Glaubwürdigkeit im Fokus

US-Notenbank vor Zinserhöhung – doch die Gründe gehen weit auseinander

•• 3 Min
Fed-Zinsentscheid: Inflation oder Glaubwürdigkeit im Fokus

Die US-Notenbank Fed steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Nach dem jüngsten Inflationsbericht des Consumer Price Index (CPI) stiegen die Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung von 72 Prozent am Vortag auf 86 Prozent. Doch hinter dieser scheinbaren Einstimmigkeit verbirgt sich ein tiefer Riss innerhalb der Marktbeobachter.

Während die eine Fraktion eine restriktivere Geldpolitik zur Eindämmung der hohen Inflation befürwortet, sieht die andere einen Zinsanstieg vor allem aus Gründen der Glaubwürdigkeit. Der neu ernannte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh habe sich „selbst in eine Ecke gemalt“, wie es in Analystenkreisen heißt, und das Offenmarktkomitee müsse nun die Zinsen erhöhen, um die Reputation der Notenbank zu wahren.

Warsh' klare Worte in Jackson Hole

Erinnern wir uns an Warsh' Rede auf der Jackson-Hole-Konferenz vor zwei Wochen. Dort sagte er: „Ich bin beeindruckt von der allgemeinen Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, die sich gestärkt hat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 Prozent und bleibt nach historischen Maßstäben niedrig. Aber auf der Seite der Preisstabilität unserer Mandate sind die Zahlen besorgniserregender.“ Das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, der jährliche PCE-Preisindex, liege bei 3,7 Prozent. „Und obwohl die PCE- und CPI-Werte dieses Sommers besser als erwartet waren, sagen sie mir nicht, dass sich die zugrunde liegenden Trends signifikant verbessert haben“, so Warsh weiter.

Vor diesem Hintergrund stieg der Kern-CPI im August im Jahresvergleich um 2,4 Prozent, annualisiert monatlich um 3,5 Prozent. Im Jahresvergleich ist dies der niedrigste Wert seit der Corona-Pandemie – eine Verbesserung, wenn auch von „glazialer Geschwindigkeit“, wie Beobachter anmerken.

Einmalige Effekte oder strukturelle Inflation?

Auffällig war ein anomal großer Anstieg der Preise für drahtlose Dienste. Ohne diesen wäre der Wert um ein Zehntelprozentpunkt niedriger ausgefallen. Frederik Ducrozet, Stratege bei Pictet Wealth Management, kommentierte auf Twitter: „Verrückt, wie Warsh sich selbst in diese Situation manövriert hat. Ohne eine einmalige Anpassung der Preise für drahtlose Telekommunikationsdienste hätte die Fed pausieren können.“

Noch deutlicher wurde Albert Edwards von Société Générale: „Es wäre kriminell dumm der Fed, die Zinsen zu erhöhen, wenn der Kern-CPI jahresvergleichsweise in einem Bereich von 1–3 Prozent liegt und sich verlangsamt – ebenso wie die Löhne. Zudem liegt der Kern-CPI ohne Wohnkosten genau bei 2 Prozent, und das seit drei vollen Jahren nahe bei 2 Prozent.“

Stephen Miran, ehemaliger Vorsitzender des Council of Economic Advisors unter Trump und kurzzeitig Fed-Gouverneur, äußerte sich vor Veröffentlichung des CPI-Berichts ähnlich: „Die Fed hat sich in eine Position manövriert, in der die Politik letztlich eine Funktion des nächsten Inflationswerts sein wird. Ich denke nicht, dass eine Zinserhöhung der richtige Schritt ist; ich glaube, dass die Inflationsdaten in den letzten Monaten jeden Monat gesunken sind.“

Die Gegenposition: Inflation bleibt zu hoch

Dennoch gibt es gewichtige Argumente für eine Zinserhöhung. Das offizielle Inflationsmaß der Fed ist der PCE, nicht der CPI. Der PCE ist anders gewichtet – insbesondere hat Wohnen ein geringeres Gewicht. In letzter Zeit lag der PCE höher, und für August wird erwartet, dass er bei oder über 3 Prozent bleibt. Dies ist kein sich verbessernder Trend.

Zudem ist es riskant, unangenehm hohe Werte wie den diesmonatigen Wert für drahtlose Dienste einfach herauszurechnen. Preisanstiege sind klumpig, und wenn es nicht das eine ist, dann wahrscheinlich etwas anderes. Der wirtschaftliche Kontext deutet darauf hin, dass weitere Inflations-„Klumpen“ zu erwarten sind.

Die zyklischen Teile des Arbeitsmarktes erwärmen sich in einer Weise, die angesichts eines flachen oder schrumpfenden Arbeitskräftebestands bemerkenswert ist. Die Knappheit am Arbeitsmarkt könnte sich in höherem Lohnwachstum zeigen. Hinzu kommen steigende Frachtkosten: Der Produzentenpreisindex für Transportdienstleistungen liegt nahe bei 14 Prozent, die Seefrachtpreise steigen sogar noch schneller. Mehrere Konsumgüterunternehmen haben bereits beklagt, dass höhere Frachtkosten ihre Margen beeinträchtigen.

Fazit: Eine Frage der Perspektive

Die Debatte zeigt, dass die Inflation in den USA keineswegs als besiegt gelten kann. Ob die Fed diese Woche die Zinsen erhöht – aus Inflationsbekämpfung oder schlicht zur Wahrung der Glaubwürdigkeit –, wird die Märkte in den kommenden Tagen bewegen. Fest steht: Die wirtschaftlichen Daten liefern Argumente für beide Lager, und die Entscheidung wird richtungsweisend für die weitere Geldpolitik sein.

FedZinserhöhungInflationKevin WarshCPIPCEUs-NotenbankGeldpolitik

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.