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Fed bereitet Investoren auf mögliche Zinssenkung vor

Powell betont Fokus auf Arbeitsmarkt neben Inflation, September im Blick.

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Fed bereitet Investoren auf mögliche Zinssenkung vor

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält den Leitzins auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten, hat jedoch Signale für eine mögliche Zinswende gegeben. Jerome Powell, der Chef der Fed, bereitete Investoren darauf vor, dass bald eine Zinssenkung erfolgen könnte. Seit einem Jahr bewegen sich die Leitzinsen in den USA in einer Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. In einer Pressekonferenz betonte Powell, dass neben der Inflation auch die Effekte auf den Arbeitsmarkt verstärkt berücksichtigt würden.

Powell erklärte, dass die Wirtschaft sich dem Punkt nähere, an dem eine Zinssenkung möglich sei. Die Fed verfolgt ein duales Mandat, das sowohl Preisstabilität als auch Vollbeschäftigung umfasst. In den vergangenen Jahren lag der Fokus jedoch stärker auf der Bekämpfung der hohen Inflation. „Wir brauchen noch mehr gute Daten, um sicher zu sein, dass wir die Zinsen senken können“, sagte Powell. Sollte sich der positive Trend fortsetzen, könnte eine Zinssenkung im September in Betracht gezogen werden, wobei die endgültige Entscheidung noch ausstehe.

Die Arbeitslosenquote in den USA liegt derzeit bei 4,1 Prozent und damit höher als der Tiefstand von 3,4 Prozent zu Beginn des Jahres 2023. Neue Arbeitsmarktdaten für Juli werden am Freitag erwartet. Die Inflationsrate liegt aktuell bei drei Prozent, was noch über dem Zielwert der Fed von zwei Prozent liegt, doch die Preise entwickeln sich in die richtige Richtung, so Powell. Matthew Ryan, Marktstratege von Ebury, sieht dies als klaren Hinweis, dass niedrigere US-Zinsen bald Realität werden könnten. Laut Daten der Optionsbörse CME lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im September nach Powells Äußerungen bei 100 Prozent, und ein weiterer Zinsschritt im November wurde mit einer Wahrscheinlichkeit von 73,5 Prozent eingepreist.

Die US-Aktienmärkte reagierten positiv auf die Fed-Entscheidung, der Leitindex Dow Jones legte kurzzeitig zu, gab aber später wieder etwas nach. Der S&P 500 und der technologielastige Nasdaq verzeichneten stärkere Zuwächse. Anleihe-Renditen gerieten unter Druck, und die Kurse stiegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel auf 4,06 Prozent, der niedrigste Stand seit März.

Die abnehmende Inflation in den USA verschafft der Fed mehr Spielraum für Zinssenkungen. Dennoch steht Powell vor der Herausforderung, die Zinsen nicht zu schnell zu senken, um die Märkte nicht zu verunsichern. Experten betonen, dass eine zu frühe Zinssenkung die Inflation erneut anheizen könnte, während ein zu spätes Handeln die Wirtschaft schädigen könnte. Der politische Druck auf die Fed wächst ebenfalls. Demokratische Senatoren, darunter Elizabeth Warren, forderten Powell auf, den Leitzins schnell zu senken, um wirtschaftliche Gewinne nach der Pandemie nicht zu gefährden. Powell betonte jedoch, dass die Fed ihre Entscheidungen unabhängig vom Wahlkampf treffe.

Donald Trump und die Republikaner fordern, dass die Fed die Zinsen bis zur Wahl im November nicht antastet, um nicht den Eindruck zu erwecken, Powell würde die Demokraten unterstützen. Die hohen Lebenshaltungskosten bleiben ein zentrales Thema im Wahlkampf. Eine Gallup-Umfrage ergab, dass 41 Prozent der Amerikaner die Inflation als größtes finanzielles Problem sehen. Experten wie Jeff Gundlach und Bill Dudley fordern ebenfalls eine baldige Zinssenkung, um das Rezessionsrisiko nicht zu erhöhen. Powell räumte ein, dass die Lage komplex sei und die Entscheidungen der Fed gut abgewogen werden müssten, um die wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.

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