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Fed-Beige-Book: Iran-Krieg bremst US-Wirtschaft und Unternehmen

Der Iran-Konflikt und Zollpolitik belasten US-Firmen und Haushalte – die Fed dokumentiert wachsende Unsicherheit und steigende Energiepreise.

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Fed-Beige-Book: Iran-Krieg bremst US-Wirtschaft und Unternehmen

US-Unternehmen und Haushalte stehen unter doppeltem Druck: Neben der anhaltenden Unsicherheit durch die Zollpolitik der Trump-Regierung sorgt der Iran-Krieg für einen sprunghaften Anstieg der Energiepreise. Das geht aus dem sogenannten „Beige Book" der US-Notenbank Federal Reserve hervor, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Trotz dieser Belastungen stellte die Fed fest, dass die Wirtschaftstätigkeit in den meisten Teilen des Landes in den vergangenen Wochen zugenommen hat und die Beschäftigung stabil geblieben ist.

„Der Konflikt im Nahen Osten wurde als wesentliche Quelle der Unsicherheit angeführt, die Entscheidungen über Neueinstellungen, Preisgestaltung und Kapitalinvestitionen erschwert, wobei viele Firmen eine abwartende Haltung einnehmen", erklärte die Fed in ihrem Bericht. Das Beige Book ist eine regelmäßig erscheinende Zusammenfassung qualitativer Wirtschaftsdaten aus allen zwölf Fed-Distrikten, die auf Umfragen und Interviews mit Führungskräften und Gemeinschaftsorganisationen basiert. Es dient den Entscheidungsträgern als wichtige Grundlage für ihre Zinspolitik.

Energiepreise und Lieferketten unter Druck

Der Hintergrund der Energiepreisschocks ist die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran, die den Transport von etwa einem Fünftel der weltweiten Öllieferungen und rund einem Drittel der Düngemittellieferungen unterbrochen hat. Die Folgen sind deutlich spürbar: Der durchschnittliche Benzinpreis in den USA ist auf mehr als 4 US-Dollar pro Gallone gestiegen, die Einzelhandelspreise für Diesel haben die Marke von 5,60 US-Dollar pro Gallone überschritten, und auch die Düngemittelpreise haben kräftig angezogen.

Höhere Energiekosten schlagen sich laut Bericht in teureren Frachtraten sowie höheren Kosten für Kunststoffe und Düngemittel nieder. Die Fed von Cleveland berichtete: „Mehrere Hersteller und Einzelhändler erhöhten die Preise, um steigende Inputkosten und zuvor absorbierte zollbedingte Kosten zu decken." Einige Hersteller hätten zudem Aufschläge auf ölbezogene Vorprodukte eingeführt, die vom Konflikt im Nahen Osten betroffen sind.

Die Stimmung unter den Unternehmen ist regional unterschiedlich. Kontakte in den Fed-Bezirken Boston und St. Louis äußerten trotz des Krieges einen gewissen Optimismus, während in anderen Regionen eine gedrücktere Stimmung vorherrschte. Industriebetriebe im New Yorker Fed-Bezirk stellten fest, dass die gestiegene Unsicherheit durch Zölle und Krieg „Preispläne über den Haufen wirft und Kunden davor zurückschrecken lässt, Kaufverpflichtungen einzugehen". Dennoch berichteten einige Firmen trotz des Gegenwinds von einer starken Dynamik.

Verbraucherresilienz bröckelt

Besonders bemerkenswert ist, dass die lange Zeit robuste Kaufkraft der US-Verbraucher zunehmend unter Druck gerät. Währungshüter und Analysten waren bislang überrascht von der Widerstandsfähigkeit der Konsumausgaben trotz einer Reihe wirtschaftlicher Schocks – darunter der Inflationssprung nach der COVID-19-Pandemie und der Zollschock des vergangenen Jahres. Das aktuelle Beige Book enthält nun erste Anzeichen für ein Nachlassen dieser Resilienz.

Ein Kontakt der Fed von Kansas City berichtete, dass Haushalte mit niedrigem bis mittlerem Einkommen „niedrige Löhne, Zölle und Inflation nicht mehr durch Budgetplanung ausgleichen" können. Ein Juwelier in Williamsburg, Virginia, schilderte gegenüber der Fed von Richmond: „Wenn sie einen Dollar sparen und kostenlosen Versand erhalten können, kaufen sie online ein – es war mein bisher schlechtestes Jahr."

Das Preiswachstum „blieb insgesamt meist moderat", so der Bericht. Dennoch veranlassen jüngste Daten Ökonomen zu der Einschätzung, dass im vergangenen Monat sowohl die Gesamtinflation als auch die sogenannte Kerninflation – die Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt – sprunghaft angestiegen ist. Die Kerninflation gilt als wichtiger Maßstab für den künftigen Inflationsdruck und wird von den Währungshütern besonders genau beobachtet. Die Inflation liegt damit seit mehr als fünf Jahren über dem 2-Prozent-Ziel der Fed.

Fed hält Zinsen vorerst stabil

Angesichts dieser Gemengelage wird erwartet, dass die Fed ihren Leitzins bei der nächsten Sitzung am 28. und 29. April in der aktuellen Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen wird. Auch die Währungshüter selbst nehmen eine abwartende Haltung ein. Fed-Vertreter erklären, dass sie üblicherweise über vorübergehende Anstiege der Rohstoffpreise „hinwegsehen". Viele von ihnen erwarten, dass sich die Güterinflation infolge der Zollschocks im weiteren Jahresverlauf abschwächen wird – eine Entwicklung, die Zinssenkungen wieder möglich machen würde.

Am Arbeitsmarkt sieht die Fed die Lage weitgehend als stabilisiert an. Die Arbeitslosenquote sank im vergangenen Monat leicht auf 4,3 Prozent. Der Wettbewerb um Löhne blieb laut Bericht insgesamt „gedämpft", was darauf hindeutet, dass der Arbeitsmarkt den Inflationsdruck nicht weiter erhöht. Mehrere Bezirke meldeten zudem das Ausbleiben flächendeckender Entlassungen und eine geringe Fluktuation. Ein verlangsamtes Beschäftigungswachstum wird dabei durch eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung infolge eines starken Rückgangs der Einwanderung ausgeglichen.

Abschließend enthielt der Bericht auch Hinweise auf den wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt. „Einige Kontakte berichteten über den Einsatz generativer KI-Tools, um Kosten zu senken und Neueinstellungen vorerst auszusetzen", so die Fed von San Francisco. Das vorangegangene Beige Book, das noch optimistische Erwartungen für das Wirtschaftswachstum und eine Verlangsamung des Preisanstiegs prognostiziert hatte, war vor Beginn der jüngsten Feindseligkeiten im Nahen Osten am 28. Februar fertiggestellt worden.

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