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FDA-Ausschuss stimmt für Zugang zu umstrittenem Peptid BPC-157

Ein gespaltenes FDA-Gremium votierte mit acht zu sechs Stimmen für die Deregulierung des „Wolverine"-Peptids – gegen den Rat der eigenen Wissenschaftler.

FDA-Ausschuss stimmt für Zugang zu umstrittenem Peptid BPC-157

Ein gespaltenes Expertengremium der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA hat sich gegen die eigenen Wissenschaftler der Behörde gestellt. Mit acht zu sechs Stimmen sprach sich das Gremium dafür aus, die Verbote für das Peptid BPC-157 aufzuheben – ein Mittel, das in sozialen Medien als „Wolverine"-Peptid bekannt ist. Die Abstimmung fand bei einer FDA-Sitzung im US-Bundesstaat Maryland statt.

Die FDA-Mitarbeiter hatten zuvor klar empfohlen, den Zugang nicht auszuweiten. Sie begründeten dies damit, dass die wissenschaftliche Beweislage gegen eine Deregulierung spreche. Darüber hinaus erklärte die Behörde, es sei grundsätzlich unklar, was BPC-157 eigentlich ist – eine elementare Frage, bevor eine Zulassung überhaupt in Betracht gezogen werden kann. Das Mittel ist in keinem Land Bestandteil eines zugelassenen Produkts und steht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur.

Politisch umstrittene Zusammensetzung des Gremiums

Die Abstimmung erfolgte, nachdem das Gremium unter der Leitung von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. neu zusammengesetzt worden war. Neu aufgenommen wurden Apotheker und Ärzte, die vom Verkauf von Peptiden profitieren könnten, sowie mindestens sechs Mitglieder mit Verbindungen zur Industrie. Eines der neuen Mitglieder, das für die Deregulierung stimmte, ist der Staatssenator von Tennessee, Bobby Harshbarger – Sohn der republikanischen Kongressabgeordneten Diana Harshbarger, einer Apothekerin, die sich öffentlich für die Verwendung von Peptiden eingesetzt hat.

Paul Kim, Partner bei der Beratungsfirma Kendall Square Policy Strategies, übte nach der Abstimmung scharfe Kritik. „Hier geht es überhaupt nicht um die Wissenschaft", sagte Kim. „Dies ist ein rein politisches Manöver." Kennedy selbst hatte Peptide zuvor beworben und ihr Potenzial gelobt, was laut Kim darauf hindeutete, dass eine Ausweitung der Verfügbarkeit trotz der Einwände der FDA unvermeidlich sei.

Was ist BPC-157 und warum ist es populär?

BPC-157 ist ein Peptid – also eine Kette von Aminosäuren, wie sie auch in regulierten Medikamenten zur Gewichtsreduktion wie Ozempic vorkommen. Erste Studien an Tieren und Zellen haben gezeigt, dass das Mittel Entzündungen in Muskeln und Sehnen lindern und die Heilung von Knochenbrüchen beschleunigen kann. Diese Ergebnisse machten BPC-157 bei Bodybuildern sowie in der Online-Subkultur des sogenannten „Looksmaxxing" populär. Zu den bekannten Risiken zählt Colitis ulcerosa, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Derzeit sind BPC-157 und ähnliche Peptide in den USA über regulatorische Schlupflöcher erhältlich und werden in der Regel aus China versandt. Befürworter einer Deregulierung argumentieren, die Mittel seien auf dem unregulierten Graumarkt bereits weit verbreitet und sollten besser in US-amerikanischen Apotheken hergestellt werden, um einen sicheren Verkauf zu gewährleisten. Apothekenunternehmen und Ärzte kritisierten bei dem Treffen die FDA-Analyse als unvollständig.

Milliardenschwerer Markt im Blick der Investoren

Die Abstimmung fällt in eine Zeit, in der Investoren den Nischenmarkt für Peptide als lukrative Geschäftsmöglichkeit genau beobachten. Apothekenunternehmen berichteten, dass sie im Vorfeld potenzieller regulatorischer Änderungen bereits von Investoren kontaktiert wurden. Laut Schätzungen der Wall Street könnte der Peptidmarkt zu einer milliardenschweren Chance anwachsen. BPC-157 ist eines von insgesamt sieben Peptiden, deren Deregulierung das FDA-Gremium an zwei Sitzungstagen prüfte.

Das Votum des Gremiums ist rechtlich unverbindlich, und die FDA könnte die Ausweitung des Zugangs zu BPC-157 weiterhin ablehnen. Experten gehen jedoch davon aus, dass Kennedy alle solchen Ablehnungen überstimmen würde. Edgar Asebey, Partner der Anwaltskanzlei Frier Levitt in Florida, erklärte: „Der Ausschuss könnte Kennedy den Rücken freihalten, um diesen Schritt zu unternehmen." Historisch gesehen habe die FDA ihren eigenen Wissenschaftlern nie widersprochen – doch Asebey sieht in der Abstimmung einen „Vorwand für Minister Kennedy, dies im Alleingang zu tun". Er fügte hinzu: „Heutzutage sind politische Präferenzen viel stärker in den Vordergrund gerückt und haben zu politischen Kurswechseln geführt."

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