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Fast-Fashion-Riese Shein übernimmt nachhaltigen Modehändler Everlane

Der chinesische Fast-Fashion-Konzern Shein kauft die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete US-Modemarke Everlane – und will damit sein Image aufpolieren.

Fast-Fashion-Riese Shein übernimmt nachhaltigen Modehändler Everlane

Der Fast-Fashion-Gigant Shein übernimmt den amerikanischen Modehändler Everlane. Zuerst berichtete Puck News am Sonntag über den Deal und bewertete die Marke mit rund 100 Millionen US-Dollar. Aktionäre mit Stammaktien von Everlane sollen dabei laut dem Bericht keine Auszahlung erhalten.

Everlane-CEO Alfred Chang erklärte in einer Mitteilung, dass die Marke unabhängig bleiben werde. Er betonte zudem, dass Everlane an seinen Nachhaltigkeitsverpflichtungen festhalten und durch die Transaktion eine globale Reichweite anstreben werde. Mehrere Bieter hätten sich um Everlane bemüht, bevor die Entscheidung zugunsten von Shein fiel.

Strategisches Kalkül hinter dem Deal

Shein bewundere Everlane schon lange und plane, die Marke zu nutzen, um das eigene Image aufzuwerten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gegenüber Reuters. Bisher ist Shein vor allem für preisgünstige Fast-Fashion bekannt – ein Image, das durch die Übernahme einer auf Transparenz und Nachhaltigkeit ausgerichteten Marke gezielt verbessert werden soll. Zudem will Shein Cross-Selling-Möglichkeiten zwischen beiden Marken vorantreiben.

Shein plane außerdem, in das Wachstum von Everlane zu investieren. Die physischen Läden von Everlane sollen laut der Quelle vorerst offen bleiben, obwohl der stationäre Einzelhandel nicht im Zentrum von Sheins Geschäftsmodell steht. Gleichzeitig könnten Sheins schnellere Produktionszyklen und die Fähigkeit, neue Produkte rasch auf den Markt zu bringen, das operative Geschäft von Everlane unterstützen.

L Catterton, der bisherige Mehrheitseigentümer von Everlane, sowie Shein selbst haben bisher nicht auf Anfragen von Reuters reagiert. Damit bleiben wichtige Details zur Transaktion – etwa der genaue Kaufpreis oder der Zeitplan – vorerst unklar.

Shein und Temu unter Druck

Der Deal findet in einem angespannten Marktumfeld statt. Unternehmen wie Shein und der chinesische Konkurrent Temu haben die globalen Einzelhandelsmärkte in den vergangenen Jahren durch aggressive Preisgestaltung, massives Marketing und Steuerschlupflöcher unter erheblichen Druck gesetzt. Diese Schlupflöcher verschafften ihnen anfänglich einen deutlichen Vorteil gegenüber lokalen Akteuren – ein Thema, das auch in Europa und Deutschland politisch zunehmend diskutiert wird.

Für Shein ist die Übernahme von Everlane daher mehr als ein reines Wachstumsmanöver. Sie ist auch ein Versuch, sich in einem regulatorisch und reputationsmäßig schwieriger werdenden Umfeld neu zu positionieren. Ob die Kombination aus Fast-Fashion-Effizienz und nachhaltigem Markenimage bei Verbrauchern verfängt, bleibt abzuwarten.

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