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EZB erhöht Leitzins auf 3,5 Prozent

Europäische Zentralbank reagiert auf hohe Inflation mit weiterer Anhebung des Leitzinses

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EZB erhöht Leitzins auf 3,5 Prozent

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins für den Euroraum erneut erhöht, um der anhaltend hohen Teuerungsrate entgegenzuwirken. Der Rat der Notenbank in Frankfurt beschloss eine Anhebung um einen halben Prozentpunkt auf 3,5 Prozent. Dieser Zinsschritt war von vielen Volkswirten erwartet worden. Trotz der Turbulenzen im Bankensektor nach dem Kollaps mehrerer kleinerer US-Banken und Sorgen um die Schweizer Großbank Credit Suisse, hält die EZB an ihrem Plan fest, die Inflation mittelfristig bei einer Teuerungsrate von zwei Prozent zu stabilisieren. Seit Juli 2022 hat die EZB jetzt in sechs Schritten ihre Schlüssel-Zinssätze um insgesamt 350 Basispunkte angehoben.

Die steigenden Zinsen sollen hohen Teuerungsraten entgegenwirken, indem sie Kredite verteuern und somit die Nachfrage bremsen. Allerdings können stark steigende Zinsen auch Banken unter Druck setzen, wie sich jüngst am Kollaps der Silicon Valley Bank (SVB) in den USA zeigte. Experten halten eine weltweite Finanzkrise wie nach dem Zusammenbruch der Lehman-Bank vor rund 15 Jahren aktuell dennoch für unwahrscheinlich.

Die Erhöhung des Leitzinses um einen halben Prozentpunkt auf 3,5 Prozent wurde trotz der Unsicherheit im Bankensektor beschlossen, da die EZB betont, dass der Bankensektor des Euroraums widerstandsfähig ist und Kapital- und Liquiditätspositionen solide sind. Die Notenbank strebt mittelfristig Preisstabilität im Euroraum an. Zwar hat sich die Inflation im gemeinsamen Währungsraum in den vergangenen Monaten tendenziell abgeschwächt, zuletzt aber nur langsam. Im Februar lag die Inflationsrate nach einer Schätzung der europäischen Statistikbehörde Eurostat bei 8,5 Prozent nach 8,6 Prozent im Januar. Vor allem hohe Energie- und Lebensmittelpreise heizen die Inflation an.

Die Erhöhung des Leitzinses beeinflusst auch die Erträge von Sparern. Seit der Kursänderung der EZB im Juli profitieren Sparer von steigenden Zinsen für Tages- und Festgeld. Allerdings mindert die hohe Inflation die Erträge. Trotz der Sorgen vor einer neuen Finanzkrise begrüßen Branchenvertreter die erneute Zinserhöhung und fordern weitere Schritte, um die Inflation mittelfristig und nachhaltig zurückzudrängen.

EZBEuropäische ZentralbankBankensektorFrankfurtInflation

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