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Exklusiv: Barry Diller zieht Milliardenangebot für MGM Resorts zurück

Der Medienmilliardär beendet monatelange Verhandlungen und nimmt sein Angebot zur vollständigen Übernahme des US-Casinokonzerns zurück.

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Exklusiv: Barry Diller zieht Milliardenangebot für MGM Resorts zurück

Barry Diller hat sein Übernahmeangebot für den US-Casinokonzern MGM Resorts zurückgezogen. Der Medienmilliardär gab die Entscheidung am Mittwoch bekannt, nachdem er monatelang mit dem Unternehmen verhandelt hatte. Damit ist der Versuch, den Glücksspielriesen vollständig von der Börse zu nehmen, vorerst gescheitert.

Dillers Beteiligungsgesellschaft People Inc. hatte im Juni angeboten, den noch nicht gehaltenen Anteil an MGM Resorts zu erwerben. Das Geschäft wurde damals auf einen Unternehmenswert von rund 12,4 Milliarden US-Dollar bewertet. People hält einen Anteil von etwa 27 Prozent an dem Casino-Unternehmen.

Die Aktie von MGM Resorts notierte im Zuge der Berichterstattung mit einem Minus von 2,70 Prozent. Für deutsche Anleger ist MGM Resorts vor allem als börsennotierter US-Glücksspiel- und Hotelkonzern von Interesse. Das Unternehmen zählt zu den größten Hotel- und Kasinokonzernen der Welt und betreibt zahlreiche bekannte Resorts, vor allem in Las Vegas.

Die Details

Diller begründete den Rückzug mit den Bedingungen, die für eine vollständige Übernahme zusammenkommen müssen. „Es gibt viele Faktoren, die in ein solches Vorhaben einfließen, bevor es abgeschlossen wird“, sagte Diller am Mittwoch. „Wir hatten den Eindruck, dass die Voraussetzungen nicht in der Weise zusammenkamen, wie wir es erhofft hatten, und haben daher beschlossen, die Ausgliederung des Unternehmens aus der Börse zu diesem Zeitpunkt nicht weiter zu verfolgen“, erklärte er.

Ganz vom Tisch ist ein Engagement bei MGM Resorts damit offenbar nicht. Diller fügte hinzu, dass sein Unternehmen weiterhin „aufgeschlossen und interessiert“ an einem strategischen Transaktionsvorhaben mit MGM Resorts sei. Der Medienunternehmer hält also an der grundsätzlichen Bereitschaft fest, über eine Transaktion zu sprechen, auch wenn die vollständige Privatisierung vorerst nicht weiterverfolgt wird.

Auf der Seite von MGM Resorts war das Angebot zuvor auf den Prüfstand gestellt worden. Das Wall Street Journal berichtete im Juli, dass MGM einen Ausschuss des Verwaltungsrats eingesetzt und Berater hinzugezogen habe, um das Angebot zu bewerten. Ein solcher Bewertungsprozess ist bei Übernahmeangeboten dieser Größenordnung üblich und dient dazu, die Interessen der Aktionäre zu wahren.

Die Verhandlungen zogen sich über mehrere Monate hin. Diller hatte sein Interesse an einer vollständigen Übernahme bereits im Juni öffentlich gemacht, worauf MGM Resorts mit der Einsetzung eines Prüfungsgremiums reagierte. Dass ein solcher Prozess nicht zwangsläufig zu einem Abschluss führt, zeigt nun der Rückzug des Angebots.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuellen Entwicklungen sind Teil einer längeren Geschichte. Bereits am 01.06.2026 berichtete aktien.news, dass Barry Diller ein formelles Übernahmeangebot für die verbleibenden Anteile an MGM Resorts International unterbreitet habe. Das Angebot belief sich auf 48,30 US-Dollar pro Aktie und richtete sich auf die 73,9 Prozent der Aktien, die sich noch nicht in seinem Besitz befanden. Die Mitteilung dazu wurde an einem Montag veröffentlicht.

Ebenfalls am 01.06.2026 meldete aktien.news, dass People Inc. MGM Resorts für 18 Milliarden Dollar übernehmen wolle. Der Deal würde den Casinoriesen inklusive Schulden mit 18 Milliarden Dollar bewerten. People Inc., das früher unter dem Namen IAC bekannt war, hielt bereits 26,1 Prozent an MGM Resorts. Die damalige Beteiligung war laut FactSet rund 2,9 Milliarden Dollar wert.

In einer weiteren Meldung vom 01.06.2026 berichtete aktien.news, dass People Inc. ein unverbindliches Übernahmeangebot für die restlichen Anteile am US-Casinokonzern vorgelegt habe. Der Vorschlag sah einen Kaufpreis von 48,30 US-Dollar je Aktie in bar vor. Sollte der Verwaltungsrat von MGM das Angebot annehmen, würde der Konzern von der Börse genommen und zu einem privaten Unternehmen werden.

Damit wird deutlich: Was im Juni als einer der bedeutendsten Übernahmeversuche im US-amerikanischen Glücksspiel- und Entertainmentsektor der jüngeren Zeit begann, endet vorerst mit dem Rückzug des Angebots. Der Weg von der ersten Offerte über die Prüfung durch den Verwaltungsrat bis zur heutigen Absage zeigt, wie komplex solche Transaktionen sind.

Was das für Anleger bedeutet

Für Aktionäre von MGM Resorts bedeutet der Rückzug zunächst, dass die Hoffnung auf ein Barangebot von 48,30 US-Dollar je Aktie vorerst nicht Realität wird. Ein solches Angebot hätte den verbleibenden Anteilseignern die Möglichkeit gegeben, ihre Papiere zu einem festen Preis zu verkaufen. Diese Option besteht zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr.

Gleichzeitig bleibt die Tür für eine strategische Transaktion offen. Diller hat ausdrücklich betont, dass sein Unternehmen weiterhin interessiert sei. Anleger sollten daher sowohl die weitere Kursentwicklung der Aktie als auch mögliche neue Ankündigungen im Blick behalten. Eine Garantie für ein erneutes Angebot gibt es allerdings nicht.

Zu beachten ist auch die Bewertungsdifferenz in der Berichterstattung. Während das Wall Street Journal den Unternehmenswert des Juni-Angebots mit rund 12,4 Milliarden US-Dollar angab, nannte aktien.news am 01.06.2026 einen Wert von 18 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden. Auch bei der Beteiligung gibt es unterschiedliche Angaben: Die aktuelle Quelle nennt etwa 27 Prozent, die frühere Meldung 26,1 Prozent. Anleger sollten solche Abweichungen bei der Einordnung berücksichtigen.

Ausblick

Konkrete neue Termine oder ein überarbeitetes Angebot nennt die aktuelle Meldung nicht. Diller hat lediglich erklärt, dass People Inc. weiterhin „aufgeschlossen und interessiert“ an einem strategischen Transaktionsvorhaben mit MGM Resorts sei. Ob und wann es zu einem neuen Vorstoß kommt, bleibt offen.

Für den Moment steht fest: Die vollständige Privatisierung von MGM Resorts ist vom Tisch. Wie es mit der Beteiligung von People Inc. weitergeht, hängt von künftigen Gesprächen und Entscheidungen ab, über die bislang nichts bekannt ist.

Kurz erklärt

  • Unternehmenswert: Der Gesamtwert eines Unternehmens, der bei Übernahmen oft inklusive Schulden angegeben wird.
  • Verwaltungsrat: Das Kontrollgremium einer Aktiengesellschaft, das Übernahmeangebote prüft und bewertet.
  • Privatisierung: Der Rückzug eines börsennotierten Unternehmens von der Börse, meist durch den Erwerb aller Anteile.
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