Ex-Mitarbeiter von GEO Group wird neuer kommissarischer ICE-Direktor
David Venturella, ehemaliger Mitarbeiter des privaten Gefängnisbetreibers GEO Group, übernimmt die Leitung der US-Einwanderungsbehörde ICE.

Die Trump-Regierung hat am Dienstag David Venturella als neuen kommissarischen Direktor der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE benannt. Venturella war zuvor für das private Gefängnisunternehmen GEO Group tätig, das landesweit mehr als ein Dutzend zivile Haftzentren für Einwanderer betreibt. Er tritt die Nachfolge von Todd Lyons an, der den Staatsdienst am 31. Mai verlässt.
„Dave Venturella wird nach dem Ausscheiden von Todd Lyons als kommissarischer ICE-Direktor fungieren", erklärte das US-Heimatschutzministerium (DHS) in einer offiziellen Mitteilung. Das DHS ist die übergeordnete Behörde der ICE. Venturella kehrte bereits im vergangenen Jahr zur ICE zurück, nachdem er zuvor sowohl unter republikanischen als auch unter demokratischen Regierungen für die Behörde gearbeitet hatte.
Die ICE wird seit Jahren ausschließlich von Direktoren in kommissarischer Funktion geleitet. Seit Anfang 2017 verfügt die Behörde über keinen vom US-Senat bestätigten Direktor mehr – ein ungewöhnlicher Zustand für eine der zentralen Sicherheitsbehörden der Vereinigten Staaten.
Trumps harter Kurs gegen Einwanderung
Seit seinem Amtsantritt Anfang des vergangenen Jahres geht Trump massiv gegen illegale Einwanderung vor. Die ICE steht dabei im Zentrum dieser Politik – insbesondere durch Einwanderungshaft und versuchte Abschiebungen. Trump begründet den harten Kurs mit dem Ziel, die illegale Einwanderung zu reduzieren und die innere Sicherheit zu verbessern.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Vorgehen der Regierung scharf. Sie werfen der Regierung vor, gegen rechtsstaatliche Grundsätze und das Recht auf freie Meinungsäußerung zu verstoßen sowie ein unsicheres Umfeld zu schaffen – insbesondere für ethnische Minderheiten. Im Januar erschossen ICE-Agenten in Minnesota zwei US-Bürger, Alex Pretti und Renee Good, was landesweite Proteste auslöste.
Kritik an Haftbedingungen und Todesfälle in Gewahrsam
Die Haftbedingungen bei der ICE stehen ebenfalls massiv in der Kritik. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 wurden mindestens 18 Todesfälle in ICE-Gewahrsam gemeldet. Im gesamten Vorjahr waren es 31 Todesfälle – ein Zwei-Jahrzehnt-Hoch.
Menschenrechtsorganisationen verwiesen zuletzt auf konkrete Einzelfälle: Die palästinensisch-amerikanische Staatsbürgerin Leqaa Kordia wurde ein Jahr lang inhaftiert, erlitt in der Haft einen Krampfanfall und gab an, im Krankenhaus angekettet worden zu sein. Kordia verlor während des israelischen Angriffs auf den Gazastreifen 175 Familienmitglieder und wurde im März freigelassen. Ebenfalls inhaftiert waren Hayam El Gamal und ihre fünf Kinder im Alter von 5 bis 18 Jahren, die alle von einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands berichteten. Die Familie wurde im vergangenen Monat freigelassen.
Die Regierung weist Vorwürfe der Misshandlung zurück und erklärt, dass den Inhaftierten medizinische Versorgung und rechtsstaatliche Verfahren gewährt würden.
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Zur AktienanalysePersonelle Wechsel auch an der DHS-Spitze
Auch an der Spitze des Heimatschutzministeriums gab es zuletzt Veränderungen. Trump entließ die ehemalige DHS-Chefin Kristi Noem im März und ersetzte sie durch Markwayne Mullin. Die personellen Umstrukturierungen unterstreichen den anhaltenden Umbau der US-Einwanderungsbehörden unter der Trump-Regierung.
Die Ernennung Ventarellas, der mit der GEO Group einen engen Bezug zur privaten Gefängnisindustrie hat, dürfte die Debatte über die Verflechtung von privaten Haftbetreibern und staatlicher Einwanderungspolitik weiter anheizen.


