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Europas Rüstungsimporte steigen rasant

Ukraine führt weltweit, während Russland weniger Waffen exportiert

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Europas Rüstungsimporte steigen rasant

Der russische Angriff auf die Ukraine und die außenpolitische Unsicherheit unter US-Präsident Donald Trump haben in Europa zu einem deutlichen Anstieg der Rüstungsausgaben geführt. Während das weltweite Volumen der Rüstungsexporte in den vergangenen fünf Jahren um 0,6 Prozent zurückging, nahmen die europäischen Importe schwerer Waffen um 155 Prozent zu. Dies geht aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor. Demnach rüsten die europäischen Staaten als Reaktion auf die Bedrohung durch Russland massiv auf.

Die Ukraine hat sich zum größten Waffenimporteur der Welt entwickelt. Während das Land vor dem russischen Einmarsch 2022 kaum schwere Waffen aus dem Ausland bezog, entfielen in den Jahren 2023 und 2024 8,8 Prozent der weltweiten Waffeneinfuhren auf die Ukraine. Dies entspricht einer Steigerung um 9627 Prozent im Vergleich zum vorherigen Fünfjahreszeitraum. Die wichtigsten Waffenlieferanten waren die USA mit einem Anteil von 45 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 12 Prozent und Polen mit 11 Prozent. Zugleich reduzierte die Ukraine ihre eigenen Waffenexporte um 72 Prozent, da die gelieferten Waffen für die eigene Verteidigung benötigt werden.

Russlands Anteil an den weltweiten Rüstungsexporten sank hingegen deutlich. Während das Land im vorherigen Fünfjahreszeitraum noch 21 Prozent der globalen Waffenexporte stellte, liegt dieser Wert nun bei 7,8 Prozent. Gründe dafür sind der eigene Bedarf an Waffen für den Krieg in der Ukraine sowie westliche Handelssanktionen, die den Export erschweren. Zudem setzen die USA und ihre Verbündeten andere Länder unter Druck, keine Waffen mehr aus Russland zu beziehen.

Die europäischen NATO-Staaten haben ihre Waffeneinfuhren um 105 Prozent gesteigert. Dies steht in Zusammenhang mit den Forderungen von US-Präsident Trump, dass die europäischen Partner ihre Verteidigungsausgaben erhöhen. Trotz der Verschlechterung der transatlantischen Beziehungen bleiben die europäischen Staaten stark von den USA abhängig: 64 Prozent der Rüstungseinfuhren europäischer NATO-Länder stammen aus den Vereinigten Staaten. Bis Ende 2024 wurden dort 472 Kampfjets und 150 Kampfhubschrauber für europäische Staaten bestellt, deren Lieferung noch aussteht.

Das Friedensforschungsinstitut Sipri sieht Anzeichen dafür, dass Europa seine Abhängigkeit von den USA verringern will. Maßnahmen zur Stärkung der eigenen Rüstungsindustrie sind erkennbar, doch das transatlantische Verhältnis bleibt tief verwurzelt. Die USA bleiben mit einem Exportanteil von 43 Prozent der weltweit führende Rüstungsexporteur, gefolgt von Frankreich mit 9,6 Prozent, Russland mit 7,8 Prozent, China mit 5,9 Prozent und Deutschland mit 5,6 Prozent.

Deutschland gehört weiterhin zu den größten Waffenexporteuren weltweit, wenngleich der Anteil an den globalen Exporten um 2,6 Prozent gesunken ist. Mehr als ein Drittel der deutschen Rüstungsexporte ging in den Nahen Osten, insbesondere nach Ägypten und Israel, ein weiterer großer Teil wurde nach Europa geliefert, darunter an die Ukraine. Kritiker fordern eine strengere Kontrolle der deutschen Waffenexporte. Der Abrüstungsexperte der Friedensorganisation Greenpeace, Alexander Lurz, wies darauf hin, dass deutsche Waffen nicht nur in Demokratien und verteidigungsbereite Staaten, sondern auch an Autokratien geliefert werden. Er beklagte, dass die Bundesregierung bisher kein restriktives Rüstungsexportgesetz verabschiedet habe.

EuropaNATORüstungsindustrieUkraineWaffen

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