Europäische Aktien unter Druck: Nahost-Krieg belastet Märkte
Der STOXX 600 verliert 0,2 Prozent – Energiepreise und Straße von Hormus im Fokus der Anleger.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag nachgegeben. Der paneuropäische STOXX 600 notierte gegen 08:16 Uhr GMT bei 579,71 Punkten und verlor damit 0,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Anleger zeigen sich weiterhin vorsichtig angesichts der eskalierenden Lage im Nahen Osten.
Besonders stark unter Druck gerieten Medienwerte, die mit einem Minus von 1,4 Prozent die Verluste in den wichtigsten Sektoren anführten. Die gesamte Handelswoche war von erheblicher Volatilität geprägt: Am Montag war der Leitindex zeitweise um bis zu 10 Prozent von seinem Rekordhoch aus dem Februar zurückgefallen.
Straße von Hormus als entscheidender Faktor
Ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleibt die strategisch bedeutende Straße von Hormus. Europa ist in erheblichem Maße auf Energielieferungen durch diesen Wasserweg angewiesen. Die Sperrung der Meerenge treibt die Energiepreise nach oben und schürt Inflationssorgen auf dem gesamten Kontinent.
US-Präsident Trump hatte zwar angekündigt, die Frist für den Iran zur Wiedereröffnung der Straße erneut zu verlängern – was für etwas Erleichterung sorgte. Berichten zufolge erwägt er jedoch gleichzeitig die Entsendung weiterer Bodentruppen in die Region, was auf eine mögliche Eskalation hindeutet und die Märkte belastet.
Der Preisdruck durch steigende Energiekosten hat die Erwartungen an die Geldpolitik deutlich verschoben. Die Wetten auf eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank im April sind auf 71 Prozent gestiegen. Vor Kriegsbeginn hatten Marktteilnehmer für den Großteil des Jahres noch keinerlei Zinserhöhungen eingepreist.
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Zur AktienanalysePernod Ricard mit deutlichem Kursanstieg
Einen positiven Ausreißer gab es bei den Einzelwerten: Aktien des französischen Spirituosenherstellers Pernod Ricard legten um 3,6 Prozent zu. Auslöser waren Berichte über laufende Gespräche bezüglich einer möglichen Fusion mit Brown-Forman, dem Eigentümer der Whiskey-Marke Jack Daniel's. Eine solche Transaktion würde die Konsolidierung im globalen Spirituosensektor weiter vorantreiben.


