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Euro-Anleiherenditen sinken nach Ölpreisrückgang und Iran-Waffenruhe

Fallende Ölpreise und eine diplomatische Atempause im Iran-Konflikt entlasten die Anleihemärkte der Eurozone spürbar.

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Euro-Anleiherenditen sinken nach Ölpreisrückgang und Iran-Waffenruhe

Die Renditen von Staatsanleihen in der Eurozone sind am Montag deutlich zurückgegangen. Auslöser war ein massiver Rückgang der Ölpreise um 9,5 Prozent, nachdem die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe am Wochenende eingestellt hatten. US-Präsident Donald Trump hatte entschieden, die Angriffe auf den Iran vorerst auszusetzen, was die kurzfristigen Inflationssorgen an den Märkten erheblich dämpfte.

Die Atempause im Konflikt schürte Erwartungen auf eine diplomatische Lösung. Beobachter hoffen, dass eine Entspannung der Lage den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder normalisieren könnte – eine Wasserstraße, über die ein erheblicher Teil des globalen Öltransports abgewickelt wird.

Bundesanleihen auf Rückzug vom Mehrjahreshoch

Die Renditen zweijähriger deutscher Bundesanleihen fielen um 4,3 Basispunkte auf 2,777 Prozent. Noch in der Vorwoche hatten sie mit 2,8938 Prozent ein Zweijahreshoch markiert. Auch die zehnjährigen deutschen Bundesanleihen, die als Benchmark für die gesamte Eurozone gelten, gaben nach: Ihre Rendite sank um 5 Basispunkte auf 3,124 Prozent. In der vergangenen Woche hatte diese Rendite mit 3,2118 Prozent den höchsten Stand seit Mai 2011 erreicht – ein deutliches Zeichen, wie stark die Spannungen die Märkte zuletzt belastet hatten.

Renditen und Anleihekurse bewegen sich gegenläufig: Sinkende Renditen signalisieren steigende Nachfrage nach Anleihen, was in diesem Fall auf eine Rückkehr zu sichereren Anlagen hindeutet. Für Anleger bedeutet der Rückgang der Renditen, dass die unmittelbaren Inflationsrisiken am Markt neu bewertet werden.

EZB-Erwartungen werden zurückgeschraubt

Parallel dazu haben die Geldmärkte ihre Erwartungen an künftige Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich reduziert. Aktuell preisen die Märkte einen Einlagensatz von 2,68 Prozent im Dezember und 2,73 Prozent im Februar 2027 ein – ausgehend vom derzeitigen Niveau von 2,25 Prozent. In der Vorwoche hatten die Märkte noch einen Einlagensatz von 2,75 Prozent vollständig eingepreist.

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane äußerte sich in diesem Zusammenhang zur Lage: Die Zentralbank betrachte den aktuellen Inflationsschock als moderat. Zwar seien geldpolitische Maßnahmen erforderlich, jedoch keine aggressiven Schritte. Lane gab an, dass die EZB das Preiswachstum innerhalb des nächsten Jahres wieder auf das Ziel von 2 Prozent zurückführen werde.

Die EZB hatte die Leitzinsen am Donnerstag wie erwartet unverändert gelassen. Gleichzeitig deutete die Notenbank an, dass im September eine weitere Zinserhöhung folgen könnte. Für deutsche Privatanleger bleibt die Entwicklung der Bundesanleiherenditen ein wichtiger Indikator – sowohl für die Attraktivität festverzinslicher Anlagen als auch für die künftige Richtung der EZB-Geldpolitik.

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