ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

EU zwingt Meta: Kostenloser WhatsApp-Zugang für KI-Konkurrenten

Die Europäische Kommission erließ die erste einstweilige Anordnung seit 17 Jahren gegen Meta Platforms wegen Wettbewerbsverstößen.

EU zwingt Meta: Kostenloser WhatsApp-Zugang für KI-Konkurrenten

Die EU-Wettbewerbsbehörde hat Meta Platforms am Dienstag per einstweiliger Anordnung verpflichtet, konkurrierenden KI-Chatbots kostenlosen Zugang zur WhatsApp-for-Business-API zu gewähren. Es ist die erste derartige Maßnahme der Europäischen Kommission seit 17 Jahren – ein deutliches Signal, wie ernst Brüssel den Wettbewerb im KI-Markt nimmt. Die Untersuchung, ob Meta seine Marktmacht missbraucht hat, läuft parallel weiter.

Auslöser der Entscheidung waren Beschwerden von drei Unternehmen: der Interaction Company aus Kalifornien, Entwickler des KI-Assistenten Poke.com, dem französischen KI-Start-up Agentik sowie einem spanischen Konkurrenten. Diese Beschwerden veranlassten die Kommission im Dezember vergangenen Jahres, eine förmliche Untersuchung einzuleiten. Zwei Monate später erhob die Behörde offizielle Vorwürfe gegen Meta wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das EU-Kartellrecht.

Hintergrund: Metas Zugangsblockade und die Reaktion der EU

Im Oktober vergangenen Jahres hatte Meta konkurrierenden KI-Diensten den Zugriff auf seine WhatsApp-for-Business-Schnittstelle entzogen – also jene API, über die Unternehmen ihre Systeme mit WhatsApp verbinden können. Der eigene Assistent Meta AI blieb dabei ausdrücklich ausgenommen. Im März dieses Jahres öffnete Meta die Plattform zwar wieder für Wettbewerber, allerdings nur gegen eine Gebühr – ein Schritt, den die Kommission ebenfalls ablehnte.

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera begründete die Dringlichkeit der Maßnahme mit dem rasanten Tempo des Marktes: „In sich schnell entwickelnden Märkten kann der Wettbewerb verloren gehen, lange bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird." Sie betonte, die einstweiligen Maßnahmen sollten den Wettbewerb im wachsenden Markt für KI-Assistenten sichern und es KI-Unternehmen ermöglichen, „Innovationen voranzutreiben, zu skalieren und ihr volles Potenzial auszuschöpfen".

Metas Reaktion und drohende Strafen

Meta wies die Anordnung scharf zurück. „Die Europäische Kommission hat entschieden, dass OpenAI und einige der größten Unternehmen der Welt das kostenpflichtige WhatsApp-Business-Produkt kostenlos nutzen können", erklärte ein Unternehmenssprecher. Meta bezeichnete die Entscheidung als „regulatorische Überreaktion, die von den vielen zahlenden europäischen Unternehmen subventioniert wird" und kündigte Berufung an.

Im Rahmen der einstweiligen Anordnung muss Meta den Zugang der Konkurrenten zur WhatsApp-for-Business-API innerhalb von fünf Werktagen zu denselben Bedingungen wiederherstellen, die vor Oktober galten. Die Frist ist damit äußerst knapp bemessen. Sollte die Kommission am Ende des Verfahrens einen Verstoß gegen das EU-Kartellrecht feststellen, droht Meta eine Geldstrafe von bis zu 10 Prozent seines weltweiten Jahresumsatzes – eine potenziell milliardenschwere Summe für den Tech-Konzern.

Der Fall verdeutlicht, wie die EU zunehmend bereit ist, im KI-Zeitalter frühzeitig und mit scharfen Instrumenten in den Markt einzugreifen. WhatsApp gilt mit seinen Milliarden Nutzern weltweit als zentraler Zugangspunkt zu Verbrauchern – und damit als strategisch entscheidende Plattform für den Wettbewerb im KI-Assistenten-Markt.

Meta Whatsapp Ki-ChatbotEu Wettbewerbsbehörde MetaWhatsapp Business ApiEinstweilige Anordnung EuKi-Assistenten WettbewerbTeresa Ribera MetaEu Kartellrecht Meta

Disclaimer