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EU-Anlagen: Was Europa den USA voraus hat

Macquarie-Analyse zeigt strukturelle Vorteile europäischer Vermögenswerte jenseits der Tech-Fokussierung.

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EU-Anlagen: Was Europa den USA voraus hat

Während die globalen Märkte gebannt auf die technologische Dominanz der USA starren, übersehen Anleger einer Analyse von Macquarie Global Strategy zufolge die strukturellen Vorteile europäischer Vermögenswerte. Die Strategen machen klare Bereiche aus, in denen Europa bereits weltweit führend ist – und sehen Potenzial für stärkere Renditen.

Der Kern des Arguments liegt in Sektoren, in denen Europa traditionell starke globale Positionen innehat. Dazu zählen Luxusgüter, Tourismus und Pharmazie. Hinzu kommen Anzeichen, dass europäische Unternehmen neue Technologien mit Raten adoptieren, die mit denen der USA vergleichbar sind.

Luxus und Tourismus als europäische Domänen

Luxusgüter und -erlebnisse repräsentieren einen Markt von rund 1,6 Billionen US-Dollar, der bis 2030 voraussichtlich die Marke von 2 Billionen US-Dollar überschreiten wird. Dominant sind hier europäische Marken wie Hermes, LVMH und Ferrari. Europa generiert zudem etwa 1 Billion US-Dollar aus dem internationalen Tourismus – das entspricht etwa dem Fünffachen des US-Niveaus.

Auch im Pharmasektor können europäische und schweizerische Konzerne wie Roche, Novartis, Sanofi und Novo Nordisk in Bezug auf Wissenschaft und Produkte mit den US-Unternehmen mithalten.

Technologie: Schwäche oder Chance?

Technologie bleibt Europas sichtbarste Schwäche. Die Region hat es versäumt, die Cluster zu schaffen, die die Produktivität und die Aktienmärkte der USA angetrieben haben. Dennoch vereint Europa etwa 20 Prozent der weltweiten Patente auf sich.

Die Investitionsargumentation könnte laut Macquarie weniger auf der Entwicklung von Technologie als vielmehr auf deren Adoption beruhen. Rund 37 Prozent der EU-Unternehmen nutzten im Jahr 2025 künstliche Intelligenz – ein Niveau, das mit dem der USA vergleichbar ist. Bei der Nutzung bestimmter fortschrittlicher Digitaltechnologien, insbesondere Robotik, liegen europäische Unternehmen gleich oder übertreffen ihre amerikanischen Pendants sogar.

Bewertungen und Gewinnwachstum sprechen für Europa

Bewertungen und Gewinne liefern einen weiteren Teil des Arguments. Für Europa ohne Großbritannien wird für 2026 ein Gewinn pro Aktie (EPS) Wachstum von etwa 19 Prozent erwartet. Im Dezember 2025 waren noch grob 12 Prozent prognostiziert worden. Europäische Aktien weisen zudem einen Diskont im Eigenkapitalrisikoaufschlag von mehr als 300 Basispunkten im Vergleich zu den USA auf.

Macquarie sieht den großen Pool an überschüssigem Kapital in Europa und den Druck hin zu höheren Ausgaben als potenzielle Treiber für eine Verbesserung der Eigenkapitalrendite. Die europäische ROE liegt bei rund 11 Prozent, was Spielraum für Verbesserungen lässt. Zum Vergleich: Der S&P 500 kommt auf etwa 23 Prozent.

Für deutsche und europäische Anleger bedeutet dies: Der Fokus auf die US-Tech-Rally könnte den Blick auf die strukturellen Stärken des eigenen Kontinents verstellen. Die Analyse von Macquarie liefert Argumente, warum eine stärkere Gewichtung europäischer Vermögenswerte in den Depots durchaus sinnvoll sein könnte – insbesondere in den Bereichen Luxus, Pharma und bei der Technologie-Adoption.

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