Eli Lilly übertrifft Erwartungen: Abnehmpräparate treiben Gewinnwachstum
US-Pharmakonzern setzt sich vom Preisdruck ab – Aktie steigt vorbörslich um sieben Prozent

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen und gibt sich für 2026 optimistisch. Während Konkurrent Novo Nordisk vor einem "beispiellosen" Preisdruck warnt, profitiert Lilly weiterhin von der starken Nachfrage nach seinen Diabetes- und Abnehmpräparaten. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von mehr als sieben Prozent im vorbörslichen Handel.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Umsatz kletterte im Schlussquartal um 43 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich für dieses Wachstum waren die Blockbuster-Medikamente Mounjaro zur Diabetes-Behandlung und die Abnehmspritze Zepbound. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 42 Prozent auf 7,54 Dollar – deutlich über der Konsensschätzung von 6,67 Dollar.
Für das laufende Jahr 2026 rechnet das Management mit einem Gewinn je Aktie zwischen 33,50 und 35,00 Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich 33,23 Dollar auf dem Zettel. Beim Umsatz peilt Lilly 80 bis 83 Milliarden Dollar an, nach 65,18 Milliarden im Vorjahr. Auch diese Prognose liegt über den Markterwartungen.
Neue Abnehmpille als Wachstumstreiber
Besondere Hoffnungen setzt der Konzern auf die Markteinführung seiner Abnehmpille Orforglipron. Das Medikament wird derzeit von der US-Arzneimittelbehörde FDA geprüft, eine Entscheidung wird im April erwartet. Analysten sehen in dem Präparat einen zentralen Wachstumstreiber für die kommenden Jahre.
Die unterschiedliche Entwicklung zu Novo Nordisk überrascht Marktbeobachter. Der dänische Wettbewerber hatte erst am Vortag mit einer düsteren Prognose für einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang die Investoren geschockt. "Das starke Quartal und der optimistische Ausblick von Lilly unterstreichen, dass beide Unternehmen zwar in denselben Märkten aktiv sind, der Preisdruck jedoch nicht in gleichem Maße wirkt", erklärt Evan Seigerman, Analyst bei BMO Capital.
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Zur AktienanalyseDruck durch Trump-Administration
Trotz der positiven Zahlen steht auch Lilly unter zunehmendem Druck. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump drängt auf Vereinbarungen, die einen breiteren Zugang zu Abnehmmitteln gegen höhere Rabatte vorsehen. Beide Pharmakonzerne müssen sich auf verschärfte Preisverhandlungen einstellen. Wie gut Lilly diesem Druck standhalten kann, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.


