Eli Lilly macht Indien zum globalen Produktionszentrum für Mounjaro
Absatz des Abnehmmittels verdoppelte sich nach Markteinführung – Export in weltweite Märkte geplant

Der US-Pharmariese Eli Lilly plant, Indien als zentrales Exportzentrum für seine Medikamentenproduktion zu etablieren. Dies gab Winselow Tucker, Präsident und Geschäftsführer von Eli Lilly India, am Rande der BioAsia-Konferenz in Hyderabad bekannt. Das Unternehmen will künftig lokal produzierte Arzneimittel über Auftragsfertiger in Märkte weltweit liefern.
"Wir betrachten Indien tatsächlich als ein Drehkreuz, als Teil unserer globalen Lieferkette, um von hier aus die Welt zu beliefern", erklärte Tucker gegenüber Reuters. Konkrete Details zu Auftragsherstellern oder Pläne für ein eigenes Werk nannte er nicht, betonte aber: "Wir werden diese Investitionen weiterhin prüfen und im Laufe der Zeit skalieren."
Der strategische Schritt erfolgt vor dem Hintergrund des enormen Erfolgs von Mounjaro, Lillys Blockbuster-Medikament zur Gewichtsreduktion, auf dem indischen Markt. Der Absatz des Präparats verdoppelte sich innerhalb weniger Monate nach der Markteinführung und wurde gemessen am Wert zum meistverkauften Medikament des Unternehmens in Indien.
Indien als wachsender Markt für Adipositas-Behandlungen
Die Entwicklung unterstreicht die rasant steigende Nachfrage nach Adipositas-Behandlungen in Südasien. Prognosen zufolge wird Indien bis 2050 die weltweit zweitgrößte fettleibige Bevölkerung aufweisen. Diese demografische Entwicklung macht das Land zu einem Schlüsselmarkt für Hersteller von Abnehmpräparaten.
Auf dem indischen Markt konkurriert Lilly mit dem dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk, das mit Wegovy ein vergleichbares Produkt anbietet. Novo senkte den Preis für Wegovy im vergangenen Jahr um bis zu 37 Prozent, um Marktanteile zu verteidigen. Der Wettbewerb dürfte sich 2026 weiter verschärfen, da im nächsten Monat das Patent von Novo auf Semaglutid in Indien ausläuft und lokale Hersteller günstigere Generika-Versionen auf den Markt bringen wollen.
Tucker zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass Mounjaro wettbewerbsfähig bleiben wird. "Wir haben den Preis wertorientiert festgelegt und glauben, dass er angemessen ist", betonte er. Die überlegene Wirksamkeit der Zusammensetzung von Mounjaro werde das Medikament im Markt differenzieren.
Expansion und neue Produkte geplant
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Zur AktienanalyseLilly setzt auf digitale Strategien, um die Marktdurchdringung zu erhöhen. Das Unternehmen verstärkt Social-Media-Kampagnen zur Aufklärung über Adipositas und will die Reichweite von Mounjaro in kleineren indischen Städten ausbauen. Über die Metropolen hinaus hat Lilly seinen Vertrieb durch Partnerschaften mit dem indischen Arzneimittelhersteller Cipla sowie digitalen Gesundheitsplattformen wie Tata 1MG, Practo und Apollo erweitert.
Zudem plant das Unternehmen, weitere Produkte nach Indien zu bringen. Dazu gehören das Alzheimer-Medikament Donanemab und potenzielle künftige Adipositas-Behandlungen wie das experimentelle orale Abnehmpräparat Orforglipron – vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen. Diese Produktpipeline unterstreicht Lillys langfristiges Engagement für den indischen Markt als Wachstumstreiber und strategisches Produktionszentrum.


