Einzelhandel: Schwacher Start ins Jahr
Deutsche Einzelhändler befürchten hohe Umsatzverluste und Betriebsschließungen aufgrund von sinkender Verbraucherlaune

Der Einzelhandel in Deutschland ist schwach ins neue Jahr gestartet. Die Umsätze sind im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent gesunken, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Bereinigt um die Inflation fiel der Umsatz um 0,3 Prozent. Im Vorjahresvergleich sank der Umsatz sogar um 6,9 Prozent. Experten hatten im Vorfeld mit einem Wachstum von 2,0 Prozent gerechnet.
Die hohen Inflationsraten und sinkende Reallöhne sind die Hauptgründe für den schwachen Start des Einzelhandels. Viele Verbraucher müssen den Gürtel enger schnallen, da vor allem Energie- und Lebensmittelkosten deutlich gestiegen sind. Die Inflationsrate beträgt aktuell 8,7 Prozent und ist somit auf einem historisch hohen Niveau. Für das laufende Jahr prognostiziert der Handelsverband Deutschland den größten Umsatzschwund seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2009. Der Umsatz dürfte inflationsbereinigt um drei Prozent sinken.
Während der Lebensmittel-Einzelhandel im Januar ein Wachstum des realen Umsatzes von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat verzeichnen konnte, gab es beim Internet- und Versandhandel einen starken Umsatzrückgang von 6,5 Prozent. Eine grundlegende Änderung der Umsatzlage ist wegen der schlechten Verbraucherlaune angesichts der hohen Inflation und sinkender Reallöhne nicht in Sicht. Der Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger, erklärte: "Für den privaten Verbrauch bleibt das Wachstumssignal ausgeschaltet".
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Zur AktienanalyseDie Sorge des Handelsverbandes, dass viele Betriebe in kleinen und mittleren Städten schließen könnten, ist nicht unbegründet. Mehr als die Hälfte der befragten Händler geht davon aus, dass die Umsätze im laufenden Jahr leicht oder sogar deutlich sinken werden. Der Einzelhandel behauptet sich zwar unter nach wie vor schwierigen Bedingungen gut, verliert jedoch leicht an Boden. Es bleibt abzuwarten, ob die Inflationsraten in den kommenden Monaten sinken werden und somit eine Entspannung für den Einzelhandel bringen.


