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E-Auto-Preise: China unterbietet Deutschland um 47 Prozent

Elektroautos kosten in Deutschland im Schnitt 47 Prozent mehr als in China. Eine Studie des CAR-Instituts zeigt: Chinesische Hersteller profitieren von massiven Skaleneffekten und einem brutalen Preiskrieg.

E-Auto-Preise: China unterbietet Deutschland um 47 Prozent

Der Preisunterschied bei Elektroautos zwischen Deutschland und China erreicht dramatische Ausmaße. Das Center Automotive Research (CAR) in Bochum hat 30 vergleichbare E-Modelle analysiert und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Deutsche Käufer zahlen durchschnittlich 43.749 Euro, während chinesische Kunden nur 29.765 Euro berappen müssen – ein Aufschlag von 47 Prozent.

Preiskampf und Massenproduktion als Treiber

Die Ursachen für diese Preisschere sind vielschichtig. "In China herrscht ein extrem harter Wettbewerb", erklärt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. Mit geschätzten zehn Millionen produzierten Elektroautos im vergangenen Jahr verfügt das Reich der Mitte über gewaltige Produktionskapazitäten. Diese Skaleneffekte drücken die Herstellungskosten massiv nach unten.

Besonders deutlich wird der Preisunterschied bei chinesischen Marken. Die 13 untersuchten Modelle heimischer Hersteller werden in China zu einem durchschnittlichen Netto-Listenpreis von knapp 15.000 Euro angeboten. In Deutschland verlangen dieselben Hersteller rund 32.500 Euro – mehr als das Doppelte.

BYD setzt auf Volumen statt Marge

Der chinesische Branchenprimus BYD baut derzeit massive Überkapazitäten auf, die noch nicht ausgelastet sind. Dies erzeugt einen enormen Verkaufsdruck. In Europa kämpft der Konzern jedoch mit mangelnder Markenbekanntheit und hohen Vertriebskosten. Der Marktanteil von BYD in Deutschland liegt aktuell bei mageren 0,8 Prozent.

Westliche Hersteller unter Druck

Europäische und amerikanische Autobauer reagieren unterschiedlich auf den chinesischen Preiskampf. Tesla verlangt in Deutschland 23 Prozent mehr als in China, europäische Hersteller im Schnitt 28 Prozent. VW halbiert beim ID.3 faktisch den deutschen Listenpreis für den chinesischen Markt, während BMW bei Premiummodellen teils höhere Preise als in Deutschland aufruft.

Ausblick: Preisdruck kommt nach Europa

Dudenhöffer prognostiziert eine allmähliche Angleichung der Preise: "Der große Exportdruck wird in den nächsten drei Jahren an den Preisen und Rabatten nagen." EU-Zölle auf chinesische E-Autos verzögern diese Entwicklung zwar, können sie aber nicht dauerhaft aufhalten.

Der deutsche E-Auto-Markt zeigt sich trotz höherer Preise robust. 2025 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 545.142 elektrisch angetriebene Fahrzeuge neu zugelassen – ein Plus von 43,2 Prozent. Reine Elektroautos erreichten einen Marktanteil von 19,1 Prozent. Fast jeder fünfte Neuwagen fährt damit bereits rein elektrisch.

Investmentperspektive

Für Anleger stellt sich die Frage, ob europäische Autohersteller dem chinesischen Preisdruck standhalten können. Die massiven Kostenvorteile chinesischer Produzenten könnten mittelfristig die Margen westlicher Konzerne unter Druck setzen. Gleichzeitig eröffnen sinkende E-Auto-Preise neue Absatzpotenziale und könnten die Elektrifizierung beschleunigen.

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