ANZEIGE

Dreifach-Schock für US-Wirtschaft: Zölle, Spritpreise und Zinsen

Zölle, explodierende Kraftstoffkosten und steigende Zinsen setzen US-Unternehmen massiv unter Druck.

•• 4 Min
Dreifach-Schock für US-Wirtschaft: Zölle, Spritpreise und Zinsen

Die US-Wirtschaft steckt in einer historischen Zangenbewegung: Zölle, explodierende Kraftstoffpreise und steigende Zinsen setzen Unternehmen aller Größenordnungen massiv unter Druck. Besonders mittelständische Hersteller und die Automobilzulieferindustrie geraten dabei zwischen die Mühlsteine.

Allen Eden, Inhaber des 25-köpfigen Unternehmens TheOriginal Saw Co. in Britt, Iowa, beschreibt die Lage gegenüber CNBC mit einem Wort: „furchtbar“. Sein Betrieb stellt industrielle Kreissägen für Holz- und Metallarbeiten her und kämpft mit sprunghaft steigenden Preisen für Aluminium, Stahl und essentielle Bauteile. Ein „kleiner Halter“ für Sägenmotoren habe seinen Preis in diesem Sommer mehr als verdoppelt – von 42 auf 87 Dollar. Eden hortet daher zusätzliche Lagerbestände, aus Sorge, die benötigten Teile später nicht mehr beschaffen zu können.

Es ist eine Dreifach-Zange, die Unternehmen in Fertigung, Transport und Einzelhandel erfasst: Die Zölle der Trump-Administration verteuern Rohstoffe und Waren. Die explodierenden Kraftstoffpreise infolge des Iran-Krieges treiben die Produktions- und Transportkosten in die Höhe. Und die steigenden Zinsen der Federal Reserve machen es teurer, Lagerbestände und Ausrüstungen zu finanzieren.

Die Fed dreht an der Zinsschraube

Um die hartnäckige Inflation einzudämmen, hat die Federal Reserve die Zinssätze zum ersten Mal seit drei Jahren angehoben. Ein weiterer Anstieg noch in diesem Jahr gilt als möglich. Für Unternehmen bedeutet das: Kredite für Wachstum und die Finanzierung von Lagerbeständen werden teurer, während gleichzeitig Rekordpreise für Diesel die Margen im Lkw-Transport zusätzlich unter Druck setzen.

Der Schmerz verteilt sich dabei ungleich. Kleinere Unternehmen, die sich typischerweise auf kurzfristige Kredite stützen, spüren die Zinserhöhungen der Fed direkter in ihren Kosten, erklärt Dubravko Lakos-Bujas, Leiter der globalen Strategie bei JPMorgan Chase. Unabhängig von der Größe leiden jedoch kapitalintensive Sektoren wie Fertigung, Logistik und Gewerbeimmobilien überproportional.

Gregory Daco, Chefökonom bei EY-Parthenon, bringt es auf den Punkt: „Die Kombination aus höheren Zinsen und höheren Kraftstoffpreisen bedeutet, dass Sektoren mit starker Exposition gegenüber beiden Faktoren als Erste ins Visier genommen werden.“ Jede Art von Fertigung sei unverhältnismäßig stark betroffen.

Autozulieferer in der Krise

Besonders dramatisch ist die Lage in der heimischen Automobilzulieferkette. Lucerne International, ein privat gehaltener Autoersatzteiler aus den Vororten von Detroit, stellte die Produktion in den USA komplett ein und strich Pläne für eine 50 Millionen Dollar teure Aluminium-Gießerei in Michigan. CEO Mary Buchzeiger erklärt: „Der Beginn der Trump-Zölle 2.0 hat unsere globalen Lieferketten regelrecht zerfressen und die Kosten erheblich erhöht.“ Ihr Unternehmen produziert nun im Ausland und hat die US-Operationen auf Lagerhaltung und Zollminderungs-Lösungen umgestellt.

Die Zahlen belegen den Druck: Das Wachstum der 100 größten Autozulieferer, gemessen am Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), fiel im vergangenen Jahr auf 4,2 Prozent, nach mehr als 6 Prozent im Jahr 2021. Unter den Top 10 der Autohersteller liegt die Zahl bei 5,2 Prozent, nach fast 8 Prozent im Jahr 2022.

Der spanische Autozulieferer Grupo Antolin, der Komponenten an Ford, GM, Volkswagen und Stellantis liefert, beantragte im Juli Schutz vor Gläubigern nach Chapter 15 in den USA. Das Unternehmen nannte Zölle, höhere Rohstoff- und Energiekosten sowie Lieferkettenstörungen als Gründe für die Umstrukturierung.

Die Spaltung der Wirtschaft: Wer hat Preismacht?

Besser gestellt sind die Giganten der Weltwirtschaft – Tech- und Finanzunternehmen, die den S&P 500 füllen. Sie verfügen typischerweise über größere Cash-Reserven und langfristige Schulden, was sie vor den schmerzhaften Auswirkungen höherer Zinsen schützt. Der Schmerz würde laut JPMorgan-Analyst Lakos-Bujas erst einsetzen, wenn die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe 6 Prozent erreicht – derzeit liegt sie bei rund 5 Prozent.

Die entscheidende Frage in der gesamten US-Wirtschaft lautet: Wer verfügt über Preismacht? Einige Branchen geben höhere Kosten problemlos an die Verbraucher weiter, andere sitzen in der Falle. Fluggesellschaften etwa rühmten sich zuletzt höherer Ticketpreise, da Kunden weiterhin Reisen buchen. Die Preise lagen im August um mehr als 23 Prozent über dem Vorjahresniveau. United CFO Mike Leskinen räumte jedoch ein: „Es gibt einige marginale Routen, die in einem Umfeld mit höheren Kraftstoffkosten keinen Sinn ergeben. Deshalb haben wir sie gestrichen.“

Auf der Einzelhandelsseite wird der Druck durch Energie- und Rohstoffkosten selbst bei Giganten wie Home Depot spürbar. CFO Richard McPhail erklärte, der unerwartete Druck werde den Nutzen von 730 Millionen Dollar an Zollrückerstattungen „vollständig aufwiegen“.

Ein Risiko für die gesamte Wirtschaft

Ein Großteil der US-Wirtschaft bleibt trotz höherer Kraftstoff- und Finanzierungskosten widerstandsfähig. Die Gewinnmargen großer Unternehmen bewegen sich nahe historischer Höchststände, angetrieben durch Produktivitätssteigerungen, gezügelte Lohnkosten und boomende KI-Investitionen.

Doch ein Risiko der Zinspolitik besteht darin, dass höhere Zinsen die Ursachen der Inflation nicht direkt angehen: den Iran-Krieg, die Zölle der Trump-Administration und den KI-Boom, der die Preise für alles von Strom über Speicherchips bis hin zu Kupfer in die Höhe treibt. EY-Chefökonom Daco warnt: „Die Wirtschaft ist widerstandsfähig, aber sie ist wachsenden Risikopunkten ausgesetzt. Ein Schock könnte schneller eintreten, als wir alle denken.“

Us-WirtschaftZölleKraftstoffpreiseZinserhöhungenAutomobilzuliefererInflationFederal ReserveUnternehmensmargen

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  4. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor
  5. Nvidia, Datadog und Goldminen glänzen auf IBD-Bestenlisten

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.