Dollar erholt sich dank starker US-Konjunkturdaten
Der US-Dollar setzt seine Erholung fort und notiert bei 98,98 Punkten. Starke Einzelhandelsumsätze und steigende Erzeugerpreise stützen den Greenback, während weitere Fed-Zinssenkungen unwahrscheinlicher werden.

Der US-Dollar hat am Donnerstag seine Erholung fortgesetzt und legte um 0,1 Prozent zu. Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notierte bei 98,98 Punkten und steuert damit auf einen Wochengewinn zu. Nach einem schwachen Wochenstart stabilisiert sich die US-Währung wieder.
Powell-Kontroverse belastet nur kurzzeitig
Zu Wochenbeginn hatte der Dollar deutlich nachgegeben, nachdem Fed-Chef Jerome Powell öffentlich gemacht hatte, dass die Trump-Administration ihm mit strafrechtlicher Verfolgung gedroht hatte. Der Vorwurf: Powell habe sich zu Renovierungsarbeiten in der Fed-Zentrale geäußert. Marktteilnehmer werteten dies als Versuch, die Notenbank zu einer lockereren Geldpolitik zu drängen. Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, er plane derzeit keine Entlassung Powells, ließ aber offen, was er letztendlich tun werde.
Starke US-Wirtschaftsdaten stützen Dollar
Die Dollar-Erholung wird durch robuste Konjunkturdaten untermauert. Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im November stärker als erwartet, während die Erzeugerpreise inmitten höherer Benzinkosten leicht anzogen. Diese Entwicklung deutet auf eine weiterhin stabile US-Wirtschaft hin und macht weitere Zinssenkungen der Federal Reserve unwahrscheinlicher.
Fed zeigt keine Eile bei Zinssenkungen
Das jüngst veröffentlichte Beige Book der Fed bestätigt diese Einschätzung. In acht der zwölf Fed-Bezirke war die Wirtschaftsaktivität stabil bis steigend. Die Arbeitsmärkte zeigen keine Schwächezeichen. "Die Zentralbank wird keine Eile haben, die Zinsen zu senken", so die Analysten von ING. Die Märkte preisen derzeit nur noch eine Zinssenkung im Juni und eine weitere im Dezember ein. ING sieht sogar die Möglichkeit, dass die zweite Zinssenkung komplett aus den Erwartungen verschwindet – ein positives Signal für den Dollar.
Euro unter Druck durch Grönland-Spannungen
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer Euro gab 0,1 Prozent nach und notierte bei 1,1633 Dollar. Belastend wirkten Spannungen zwischen den USA und Dänemark über die Zukunft Grönlands. Der dänische Außenminister Lars Lokke Rasmussen konstatierte nach Gesprächen im Weißen Haus eine "grundlegende Meinungsverschiedenheit" mit Washington. Die Volatilität im EUR/USD-Paar verharrt nahe Mehrjahrestiefs, und ING sieht keine unmittelbaren Katalysatoren für eine Trendwende. Eine Bewegung in Richtung 1,16 Dollar erscheint wahrscheinlich.
Pfund profitiert von Wachstumsüberraschung
Das britische Pfund legte leicht auf 1,3440 Dollar zu. Überraschend starke Wachstumsdaten für November stützten die britische Währung. Die UK-Wirtschaft wuchs um 0,3 Prozent und übertraf damit die Erwartungen von 0,1 Prozent deutlich. Dies signalisiert eine robustere Verfassung der britischen Konjunktur als von vielen Analysten erwartet.


