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Diageo steigert Umsatz trotz schwacher Nordamerika-Zahlen im Q3

Der Guinness- und Johnnie-Walker-Hersteller übertrifft Analystenerwartungen, kämpft aber weiter mit rückläufigen Spirituosenverkäufen in den USA.

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Diageo steigert Umsatz trotz schwacher Nordamerika-Zahlen im Q3

Der britische Spirituosenkonzern Diageo hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres einen Umsatzanstieg verbucht und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der organische Nettoumsatz stieg in den drei Monaten bis zum 31. März im Jahresvergleich um 0,3 % – während Analysten laut unternehmenseigenen Schätzungen mit einem Rückgang von 2,3 % gerechnet hatten. Der Gesamtnettoumsatz belief sich auf 4,48 Milliarden US-Dollar, nach 4,38 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal.

Trotz des positiven Gesamtergebnisses bleibt Nordamerika das größte Sorgenkind des Konzerns. Der Nettoumsatz in der Region sank organisch um 9,4 %, was vor allem auf einen Rückgang des Absatzvolumens zurückzuführen ist. Besonders hart traf es das Tequila-Segment, das im Quartal zweistellige Umsatzrückgänge verzeichnete.

„Nordamerika bleibt unsere größte Herausforderung, da die Marktbedingungen schwach sind und unser Angebot wettbewerbsfähiger werden muss. Maßnahmen zur Behebung dieses Problems sind bereits im Gange", erklärte CEO Dave Lewis. Der neu ernannte Konzernchef hat bereits potenzielle Wachstumsfelder identifiziert – darunter die steigende Beliebtheit von trinkfertigen Cocktails in Dosen, die als möglicher Wachstumstreiber für den US-Markt gelten.

Inflation und Gesundheitsbewusstsein belasten den Alkoholmarkt

Der Druck auf den nordamerikanischen Spirituosenmarkt ist struktureller Natur. Inflation und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher belasten den Alkoholkonsum in der Region nachhaltig. Lewis hatte bereits bei der Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse im Februar betont, dass der Markt Zeit und Investitionen benötige, um wieder zu florieren.

Als Teil seiner Turnaround-Strategie hat Lewis auch die Dividende des Konzerns gekürzt. Die freiwerdenden Mittel sollen in Markeninvestitionen sowie mögliche Akquisitionen fließen. Diageo bekräftigte zudem seine Jahresprognose, nachdem der Ausblick zuvor zweimal gesenkt worden war: Der Konzern erwartet für das Gesamtjahr einen Rückgang des organischen Nettoumsatzes um 2 % bis 3 %, belastet durch die schwachen Ergebnisse in den USA und China.

Erfreulicher verlief das Quartal in anderen Regionen. Europa, Afrika sowie Lateinamerika und die Karibik verzeichneten ein starkes Wachstum. Lediglich die Region Asien-Pazifik zeigte weiterhin einen leichten Rückgang beim organischen Nettoumsatz.

Gesamte Spirituosenbranche unter Druck

Diageo ist mit seinen Herausforderungen nicht allein. Das französische Spirituosenunternehmen Pernod Ricard erwartet für das laufende Jahr einen Umsatzrückgang von 3 % bis 4 % und verweist dabei unter anderem auf die Eskalation des Krieges im Nahen Osten. Auch Brown-Forman, der Hersteller von Jack Daniel's, berichtet von Absatzdruck in den USA.

Auf der anderen Seite zeigen einige Branchenvertreter, dass der Abwärtstrend nicht unausweichlich ist. Der Bierbrauer Anheuser-Busch InBev meldete im ersten Quartal das erste Absatzwachstum seit drei Jahren. Die dänische Brauerei Carlsberg profitiert von der Nachfrage nach Premium-Bieren, und Heineken verzeichnete eine Erholung des Absatzvolumens. Die Entwicklung verdeutlicht eine zunehmende Spaltung innerhalb der Getränkebranche: Während Spirituosen unter Druck stehen, können sich einige Bierhersteller behaupten oder sogar wachsen.

Für Diageo und CEO Dave Lewis bleibt die Aufgabe klar: Der nordamerikanische Markt muss stabilisiert werden, während das Wachstum in anderen Regionen ausgebaut wird. Ob die eingeleiteten Maßnahmen greifen, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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