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Deutsche Zulieferer verlieren Chinas Automarkt

Technologischer Vorsprung chinesischer Hersteller setzt europäische Anbieter zunehmend unter Druck

Deutsche Zulieferer verlieren Chinas Automarkt

Der chinesische Automarkt gilt als der wichtigste Absatzmarkt der globalen Autoindustrie. Für deutsche Autozulieferer entwickelt er sich jedoch zunehmend zu einem schwierigen Terrain. Während chinesische Hersteller ihre technologische Kompetenz insbesondere bei Software und Elektronik ausbauen, geraten etablierte Anbieter aus Deutschland immer stärker unter Druck. Das zeigt sich exemplarisch am Zulieferer ZF, der jüngst den Verkauf seiner Sparte für Fahrerassistenzsysteme beschlossen hat.

Noch im Herbst hatte ZF einen neuen Serienauftrag mit einem chinesischen Autobauer als Erfolg kommuniziert. Das Fahrerassistenzsystem sollte ab 2026 in China zum Einsatz kommen und wurde intern als strategischer Meilenstein bewertet. Wenige Wochen später folgte jedoch die Kehrtwende. Die ADAS-Sparte wird für rund 1,5 Milliarden Euro an den Auto-Innenraumspezialisten Harman und dessen Mutterkonzern Samsung abgegeben. Ausschlaggebend dafür sind nicht nur finanzielle Zwänge, sondern vor allem die begrenzten Perspektiven im chinesischen Markt.

Die technologische Dynamik in China hat sich in den vergangenen Jahren deutlich beschleunigt. Chinesische Autobauer und Elektronikkonzerne sind in der Lage, Software, Chips und zentrale Fahrzeugsysteme selbst zu entwickeln und zu integrieren. Deutsche Zulieferer verlieren damit ihre traditionellen Wettbewerbsvorteile. Nach Einschätzung von Branchenexperten sind insbesondere softwarelastige Bereiche wie Assistenzsysteme, Sensorik oder Datenarchitekturen kaum noch profitabel zu bedienen.

Dabei sind viele deutsche Unternehmen seit Jahrzehnten in China präsent. Der Branchenverband VDA zählt derzeit 138 Autozulieferer mit deutschem Konzernsitz im Land. Lange Zeit profitierten sie vom Wachstum der deutschen Hersteller. Doch mit sinkenden Verkaufszahlen von Volkswagen, BMW und Mercedes fehlen nun die nötigen Stückzahlen. Ihr Marktanteil in China ist stark zurückgegangen, insbesondere bei Elektrofahrzeugen spielen sie kaum noch eine Rolle.

Gleichzeitig setzen chinesische Hersteller zunehmend auf lokale Lieferketten oder Eigenfertigung. Der Anteil deutscher Zulieferer an in China produzierten Fahrzeugen liegt Branchenangaben zufolge unter zehn Prozent. Bereiche wie Elektromotoren, Batterien und Leistungselektronik werden fast vollständig von chinesischen Anbietern dominiert. Laut Experten könnten bis zum Ende des Jahrzehnts nur noch wenige internationale Zulieferer im Markt verbleiben.

Als vergleichsweise stabil gilt derzeit noch der Bereich Fahrwerkstechnik. Hier sehen einige deutsche Anbieter weiterhin Wachstumspotenzial, da chinesische Hersteller diese Technologien bislang weniger stark beherrschen. ZF will sich in China künftig stärker auf dieses Segment konzentrieren und hat bereits neue Aufträge gewonnen. Dennoch zeigt die Entwicklung insgesamt, wie grundlegend sich die Kräfteverhältnisse im weltweit größten Automarkt verschieben.

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