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Deutsche Wirtschaft wächst im zweiten Quartal moderat trotz Kriegsbelastungen

Die Bundesbank erwartet moderates Wachstum für Q2 – trotz hoher Energiekosten durch den Nahost-Krieg.

• 2 Min
Deutsche Wirtschaft wächst im zweiten Quartal moderat trotz Kriegsbelastungen

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2024 wahrscheinlich moderat gewachsen. Das teilte die Bundesbank am Dienstag mit. Trotz der Belastungen durch den Krieg im Nahen Osten zeigte sich der Industriesektor widerstandsfähig, und die Konsumausgaben blieben stabil.

Von Reuters befragte Ökonomen erwarten für die drei Monate bis Juni lediglich einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das ist ein bescheidenes Ergebnis – doch angesichts der anhaltenden globalen Unsicherheiten kein überraschendes.

Industrie und Konsum als Stützen

Die Bundesbank hob zwei wesentliche Wachstumstreiber hervor. Zum einen profitierte der Industriesektor von einer dynamischen Auslandsnachfrage und wachsenden Exporten. Zum anderen zeigten sich die deutschen Verbraucher erstaunlich widerstandsfähig: „Die Verbraucher ließen sich von den hohen Energiepreisen und dem damit verbundenen Kaufkraftverlust relativ wenig beirren und hielten ihre Konsumausgaben wahrscheinlich zumindest stabil", erklärte die Zentralbank.

Darüber hinaus könnte Deutschland von einem besonderen Effekt profitiert haben: Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten haben einigen wichtigen asiatischen Konkurrenten stärker zugesetzt als der deutschen Industrie. Zudem könnte die Erwartung künftiger Knappheiten Kunden dazu veranlasst haben, Käufe vorzuziehen – ein temporärer, aber wirksamer Nachfrageimpuls.

Nahost-Krieg bleibt eine Belastung

Der Krieg im Nahen Osten hat durch höhere Energie- und Rohstoffkosten einen Großteil des erhofften Wirtschaftsaufschwungs zunichtegemacht. Deutschland hatte für 2026 eine Wachstumsbeschleunigung erwartet, die durch steigende Staatsausgaben und einen Investitionsboom angetrieben werden sollte. Diese Erwartungen haben sich durch die geopolitischen Entwicklungen eingetrübt.

Die Bundesbank gibt jedoch vorsichtig Anlass zur Hoffnung: „Sofern die Situation im Nahen Osten nicht weiter eskaliert, könnten die durch den Krieg verursachten Belastungen im dritten Quartal weniger schwerwiegend ausfallen als im Durchschnitt des zweiten Quartals." Gleichzeitig warnt die Zentralbank, dass die vorübergehenden Wachstumsfaktoren nachlassen dürften und der Krieg weiterhin eine Belastung darstellen werde.

Wachstumsprognosen und Inflationsrisiken

Die Bundesbank prognostizierte im Juni für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. Für das kommende Jahr soll sich das Wachstum auf 0,8 Prozent beschleunigen. Die Prognosen der Europäischen Kommission und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für 2026 liegen etwas höher.

Ein weiteres Risiko bleibt die Inflation. Die Bundesbank warnte, dass sich die Teuerungsrate in den kommenden Monaten weiter beschleunigen könnte. Die indirekten Auswirkungen der höheren Energiekosten dürften allmählich spürbar werden – eine Entwicklung, die die Kaufkraft der Verbraucher erneut unter Druck setzen könnte.

Die deutsche Volkswirtschaft stagniert seit Jahren weitgehend und gilt als drittgrößte der Welt. Die aktuellen Zahlen zeigen: Ein nachhaltiger Aufschwung bleibt fragil und hängt stark von der geopolitischen Lage sowie der Entwicklung der Energiepreise ab.

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