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Indiens Industrieproduktion wächst im Juni so stark wie seit fast zwei Jahren nicht

Ein Boom im verarbeitenden Gewerbe und steigende Staatsausgaben treiben Indiens Industrieproduktion auf ein Rekordtempo.

Indiens Industrieproduktion wächst im Juni so stark wie seit fast zwei Jahren nicht

Indiens Industrieproduktion hat im Juni 2025 ein Wachstum von 7,3 Prozent im Jahresvergleich verzeichnet – das schnellste Tempo seit Juli 2024. Damit übertraf das südasiatische Land die Erwartungen der Ökonomen deutlich, die lediglich mit einem Anstieg von 5,7 Prozent gerechnet hatten. Im Mai hatte die Industrieproduktion noch um revidierte 5,0 Prozent zugelegt.

Als Haupttreiber des starken Wachstums gilt die lebhafte Aktivität im verarbeitenden Gewerbe, die durch gestiegene Staatsausgaben angekurbelt wurde. Hinzu kommt eine anhaltende Ausweitung der Stromerzeugung, die das Gesamtergebnis weiter stützte. „Es ist ein besser als erwartet ausgefallener Wert. Wir gehen weitgehend davon aus, dass die Dynamik angesichts des anhaltenden Konsums auch künftig anhalten wird", sagte Gaura Sen Gupta, Chefökonomin bei der IDFC First Bank.

Die wichtigsten Sektordaten im Überblick

Die Zahlen im Detail zeigen ein breites Wachstum über nahezu alle Industriebereiche hinweg:

Verarbeitendes Gewerbe:

+7,8 % im Jahresvergleich (Mai revidiert: +5,2 %)

Stromerzeugung:

+10,6 % im Jahresvergleich (Mai revidiert: +10,3 %)

Bergbau:

+1,0 % im Jahresvergleich (Mai revidiert: -1,4 %)

Langlebige Konsumgüter

(inkl. Autos und Telefone): +7,7 % im Jahresvergleich (Mai revidiert: +8,0 %)

Kapitalgüter:

+14,2 % im Jahresvergleich (Mai revidiert: +15,5 %)

Besonders bemerkenswert ist der Anstieg bei den Kapitalgütern um 14,2 Prozent, was auf eine hohe Investitionsbereitschaft in der indischen Wirtschaft hindeutet. Auch der Bergbausektor kehrte nach einem Rückgang im Mai wieder in den positiven Bereich zurück und verzeichnete ein Plus von 1,0 Prozent.

Starkes erstes Quartal des Fiskaljahres

Betrachtet man den gesamten Zeitraum von April bis Juni, ergibt sich ein Wachstum der Industrieproduktion von 5,8 Prozent. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber dem Anstieg von lediglich 3,4 Prozent im gleichen Vorjahreszeitraum und unterstreicht die zunehmende Dynamik der indischen Volkswirtschaft.

Erwähnenswert ist zudem eine methodische Änderung: Im Mai stellte die indische Regierung bei der Berechnung der Fabrikproduktion von Großhandelspreisen auf Erzeugerpreise um. Diese Umstellung beeinflusst die Vergleichbarkeit der Daten mit früheren Perioden und ist bei der Interpretation der aktuellen Zahlen zu berücksichtigen.

Für internationale Investoren und Beobachter der Schwellenländer sind die indischen Industriedaten ein wichtiger Indikator für die Gesundheit der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens. Die Kombination aus staatlichen Investitionen, robustem Konsum und einer wachsenden Energieproduktion zeichnet ein insgesamt positives Bild für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Indiens.

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