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Deutsche Wirtschaft unter Druck: Zölle, Industrie und Stimmungsaufhellung

Neue US-Zölle, Industrieprobleme und ein verbesserter Ifo-Index prägen das deutsche Wirtschaftsbild im Februar 2026.

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Deutsche Wirtschaft unter Druck: Zölle, Industrie und Stimmungsaufhellung

Die deutsche Wirtschaft steht im Februar 2026 vor einem komplexen Umfeld. Externe Handelsschocks treffen auf erste Anzeichen einer Stimmungsverbesserung im Inland. Besonders ein neues US-Zollregime sorgt für erhebliche Unsicherheit an den Märkten.

Ein Urteil des US-Supreme Court hat Präsident Trumps bisherige globale Zölle für ungültig erklärt. Als Reaktion verhängte Trump umgehend eine neue pauschale Abgabe von 15 Prozent auf alle Importe – gestützt auf den Trade Act von 1974. Diese Regelung kann maximal 150 Tage ohne Zustimmung des Kongresses bestehen bleiben und hat globale Märkte erneut in Aufruhr versetzt.

Der deutsche DAX verlor in der Folge 0,55 Prozent, der Euro gab gegenüber dem Dollar nach, und Bitcoin stand unter Verkaufsdruck. Gold legte als sicherer Hafen zu. Analysten warnen, dass das Eskalationsrisiko zwischen den USA und ihren Handelspartnern heute höher sei als noch vor einem Jahr. Deutschland fordert rasche Klarheit aus Washington.

Folgen für den deutschen Außenhandel

Die EU erwägt, die Ratifizierung ihres Handelsabkommens mit den USA auszusetzen, da die Verhandlungsgrundlage entfallen ist. Besonders betroffen ist Großbritannien: Seine ausgehandelte Sonderrate von 10 Prozent könnte durch den neuen Pauschalsatz von 15 Prozent überholt werden, was einen bisherigen Wettbewerbsvorteil gegenüber der EU zunichtemachen würde.

Der deutsche Maschinenbau leidet besonders. Exporte sanken 2025 nominal um 1,8 Prozent (preisbereinigt um 3,3 Prozent). Die Produktion schrumpfte zum dritten Mal in Folge um 2,6 Prozent. Ausfuhren in die USA brachen um 8,0 Prozent ein, jene nach China um 8,2 Prozent. Der VDMA warnt, dass hohe Stahl- und Aluminiumzölle die Branche weiter belasten.

Ein anderes Bild zeigt die Elektro- und Digitalindustrie: Sie erzielte 2025 einen Exportrekord von 257,5 Milliarden Euro – ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber 2024. Allerdings waren ausgerechnet die beiden größten Abnehmer USA (minus 3,0 Prozent) und China (minus 6,2 Prozent) rückläufig. Erstmals seit einem Jahrzehnt überholten die USA China als größten Käufer deutscher Elektronik. Die Importe in diesem Sektor erreichten mit 274,9 Milliarden Euro ebenfalls einen Höchstwert.

Ifo-Index signalisiert Stimmungsaufhellung

Trotz der externen Belastungen hellte sich die Stimmung im Inland auf. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Februar auf 88,6 Punkte, nach 87,6 im Januar – der höchste Wert seit August. Ökonomen führen dies auf den anlaufenden staatlichen Konjunkturimpuls und starke Industrieauftragseingänge im Dezember zurück, die den größten Anstieg seit zwei Jahren verzeichneten. Dennoch bleiben Abwärtsrisiken bestehen: Zollturbulenzen, ein starker Euro und der jüngste strenge Winter dämpfen den Optimismus.

In der Automobilindustrie entbrennt eine Debatte um autonomes Fahren der Stufe 3. Ford plant bis 2028 entsprechende Systeme in erschwinglichen Elektroautos, während Mercedes-Benz und Stellantis ihre Ambitionen aufgrund von Kosten – bis zu 1,5 Milliarden Dollar – und technischen Hürden zurückgeschraubt haben. Ungeklärte Haftungsfragen könnten die Markteinführung weiter verzögern.

Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der GDL läuft die letzte Verhandlungsrunde vor Ablauf der Friedenspflicht. Die Bahn bietet eine stufenweise Lohnerhöhung von 3,8 Prozent, weitere 2,2 Prozent über Tarifsystemanpassungen sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro. Knackpunkt bleibt die Laufzeit: Die Bahn favorisiert 30 Monate, die GDL besteht auf 12 Monaten.

Infrastruktur und KI im Fokus

Für negative Schlagzeilen sorgte der Münchner Flughafen: 500 gestrandete Lufthansa-Passagiere mussten eine Nacht im Flugzeug verbringen, weil keine Busse zum Terminal bereitgestellt werden konnten. Kritiker sehen darin ein Missverhältnis zwischen den seit 2019 um fast 40 Prozent gestiegenen Flughafengebühren – zu den höchsten in Europa – und der tatsächlichen Servicequalität.

Global rückt der Energiehunger von KI-Rechenzentren in den Fokus. Bereits 2023 verbrauchten Datenzentren weltweit so viel Strom wie Deutschland oder Frankreich. OpenAI-Chef Sam Altman räumte ein, dass der Gesamtenergieverbrauch ein legitimes Anliegen sei, und forderte einen raschen Ausbau von Kern-, Wind- und Solarenergie. Eine deutsche Studie schätzt zudem, dass generative KI 2024 in mindestens 13,5 Prozent aller biomedizinischen Forschungsartikel eingesetzt wurde.

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