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Deutsche Goldreserven in den USA: Experten fordern Rückholung

Über ein Drittel der deutschen Goldreserven lagert in New York. Doch Trumps Angriffe auf die Fed-Unabhängigkeit lassen Experten an der Sicherheit zweifeln. Sollte Deutschland seine 1.236 Tonnen Gold zurückholen?

Deutsche Goldreserven in den USA: Experten fordern Rückholung

Deutschland verfügt über die zweitgrößten Goldreserven weltweit. Laut Bundesbank lagern Ende 2024 insgesamt 3.550 Tonnen Gold in den Tresoren der Republik. Doch nur knapp die Hälfte davon befindet sich tatsächlich in Frankfurt.

Goldverteilung birgt politisches Risiko

Von den deutschen Goldreserven lagern 1.710 Tonnen in Frankfurt, 405 Tonnen bei der Bank of England in London und beachtliche 1.236 Tonnen bei der Federal Reserve Bank in New York. Das bedeutet: 37 Prozent der deutschen Goldbestände liegen in den USA – und genau das wird zunehmend zum Problem.

Die Lagerung bei ausländischen Zentralbanken galt jahrzehntelang als sicher. Das Vertrauen zwischen den Notenbanken war unerschütterlich. Doch US-Präsident Donald Trump versucht systematisch, die Unabhängigkeit der Fed zu untergraben.

Trump erhöht den Druck auf die Fed

In den vergangenen Monaten hat Trump seine Attacken auf Fed-Chef Jerome Powell intensiviert. Zuletzt drohte er Powell mit einer Anklage im Zusammenhang mit Gebäuderenovierungen – ein Vorwand, wie Powell selbst vermutet. Zuvor versuchte Trump bereits, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen. Der Fall liegt beim Obersten Gericht.

Auf seiner Plattform Truth Social fordert Trump regelmäßig schnellere und umfangreichere Zinssenkungen – oft in beleidigendem Ton. Diese politische Einflussnahme erschüttert das Vertrauen in die Unabhängigkeit der US-Notenbank.

Experten warnen vor Vertrauensverlust

"Je mehr Zentralbanken unter politischen Druck geraten, desto schwieriger wird es, die Vertrauensbasis aufrechtzuerhalten", warnt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach von Fragold in Frankfurt. Man müsse genau beobachten, wie Trump weiter mit der Fed umgehe.

Die Einschätzung ist eindeutig: "Die Goldreserven sind aktuell sicher. Es kann aber morgen schon so sein, dass die amerikanische Regierung sagt: 'Wir behalten die Goldreserven als Faustpfand'", so der Goldexperte. Achim Wambach, Präsident des ZEW, bestätigt: "Derzeit sind die USA kein verlässlicher Partner der EU."

Kapitalmarktstrategen fordern Rückholung

Stefan Riße von ACATIS Investment sieht das deutsche Gold in den USA nicht mehr sicher: "Unter Donald Trump ist Amerika nicht mehr berechenbar. Er hat Europa und insbesondere Deutschland auf dem Kieker." Die Grönland-Debatte zeige, dass für Trump keine alten Regeln mehr gelten.

Das Chance-Risiko-Verhältnis spreche klar für eine Verlagerung nach Deutschland, so Riße. "Wenn das Gold in Deutschland wäre, bestünde eigentlich gar kein Risiko mehr." Bislang habe man das Risiko als so gering eingeschätzt, dass der Transportaufwand zu hoch erschien. "Unter Donald Trump muss man die Risiken neu bewerten."

Timing ist entscheidend

Ifo-Präsident Clemens Fuest mahnt jedoch zur Vorsicht. Eine überstürzte Rückholaktion würde "in der aktuellen Lage nur Öl ins Feuer gießen". Man sollte dies eher angehen, wenn keine akute Konfliktlage bestehe.

Historische Gründe für Auslandslagerung

Die Goldreserven wurden nie aktiv ins Ausland gebracht – sie waren noch nie in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg erzielte Deutschland schnell große Handelsbilanzüberschüsse und tauschte die Dollar-Devisen über das Bretton-Woods-System in Gold um.

Sicherheitspolitische Überlegungen spielten ebenfalls eine Rolle. Bei einem möglichen Krieg wollte man verhindern, dass das Gold einem Feind in die Hände fällt. Zwischen 2013 und 2017 holte die Bundesbank bereits 300 Tonnen aus New York und 374 Tonnen aus Paris zurück.

Bundesbank sieht keine Veranlassung

Die Deutsche Bundesbank hält von weiteren Rückholplänen nichts. Entscheidend seien Sicherheit und Handelbarkeit, um Gold bei Bedarf verkaufen oder in Fremdwährungen tauschen zu können. "Die New York Fed ist und bleibt eine wichtige Lagerstelle für unser Gold", teilt die Bundesbank mit.

Die Notenbank habe keinen Zweifel an der Sicherheit bei der amerikanischen Fed. Doch angesichts der politischen Entwicklungen in den USA dürfte die Debatte um die Goldreserven weiter an Fahrt gewinnen.

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