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Deutsche Banken hinken bei KI hinterher

Nvidia-Manager kritisiert fehlende Dynamik und Innovationsbereitschaft im Finanzsektor.

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Deutsche Banken hinken bei KI hinterher

Die deutschen Banken haben im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) aus Sicht des Technologiekonzerns Nvidia Nachholbedarf. Während amerikanische Geldhäuser KI bereits umfassend einsetzen, sei die Zahl der KI-Anwendungen bei deutschen Instituten noch überschaubar, sagte Nvidia-Manager Jochen Papenbrock in einem Interview. Er betonte, dass die deutschen Banken aufpassen müssten, den Anschluss nicht zu verlieren. Papenbrock, der bei Nvidia das Geschäft mit Finanzkonzernen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika leitet und Mitglied des globalen Führungsteams für Banken ist, ist überzeugt, dass Banken bald deutlich bessere Chatbots einsetzen werden, um automatisierte Gespräche mit Kunden zu führen.

Papenbrock erwähnte, dass amerikanische Banken wie JP Morgan, die im Ranking von Evident AI den ersten Platz belegt, deutlich weiter in der Nutzung von KI seien. Deutsche Banken wie die Deutsche Bank und die Commerzbank landeten hingegen nur auf den Plätzen 29 und 42. Der Nvidia-Manager sieht den Grund dafür in der stärkeren Innovationsbereitschaft und Risikofreudigkeit der Amerikaner. In Deutschland fehle es hingegen an Dynamik. Dabei seien die Voraussetzungen am Finanzplatz Frankfurt gut, da es dort einen wichtigen Internet-Knotenpunkt und viele gut ausgebildete Datenwissenschaftler gebe.

Ein weiteres Problem sei, dass Datenwissenschaftler oft dort arbeiten, wo sie am meisten bewegen könnten und eine gute Infrastruktur vorfänden. In vielen deutschen Banken sei diese Infrastruktur jedoch nicht gegeben. Es fehle an Hardware und Software sowie an den notwendigen Daten, um KI sinnvoll einzusetzen. Zudem seien bürokratische Hürden ein Hindernis, da viele Freigaben eingeholt werden müssten und rechtliche Einschränkungen den Umgang mit Daten erschwerten.

Papenbrock nannte die US-Bank BNY Mellon als Vorbild für den Einsatz von KI. Diese habe eine KI-Fabrik aufgebaut, die 600 Einsatzmöglichkeiten für KI identifiziert habe. Der Manager hob hervor, dass Investitionen in eine solche Plattform im Vergleich zum Nutzen gering seien. In Deutschland sei es entscheidend, dass Banken die relevanten Daten zugänglich machten und sicherstellten, dass digitale Assistenten, wie Chatbots, nicht anfangen zu halluzinieren. Damit ist gemeint, dass die Modelle bei Unwissenheit keine erfundenen Antworten geben, sondern den Kunden an einen menschlichen Mitarbeiter weiterleiten.

KI werde das Servicepersonal in Banken nicht vollständig ersetzen, betonte Papenbrock. Bei komplexen Fragestellungen werde es immer menschliche Eingriffe geben. Jedoch müssten Banken die Zahl der Fälle, in denen menschliches Eingreifen notwendig sei, reduzieren. Besonders im Bereich der Betrugsbekämpfung setzten viele Banken bereits auf KI. Durch die zunehmende Zahl an Echtzeitzahlungen müssten jedoch viele Modelle beschleunigt werden.

Ein Sonderweg sei der Ansatz der Sparkassen, ihren hauseigenen Chatbot, Sparkassen GPT, im eigenen Rechenzentrum statt in der Cloud zu betreiben. Papenbrock glaubt, dass weitere Banken diesem Weg folgen könnten, da es Daten gebe, die nicht in die Cloud transferiert werden dürften. Ein hybrides Modell, das sowohl eigene Kapazitäten als auch Rechenleistungen in der Cloud nutzt, sei langfristig für Banken am sinnvollsten.

Künstliche IntelligenzBankensektorNvidiaDeutschland

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