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Deutsche Bank: Warum Christian Sewing jetzt langweilig werden sollte

Der Bankchef hat die Krise überwunden. Doch für echte Stabilität fehlen noch zwei entscheidende Schritte.

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Deutsche Bank: Warum Christian Sewing jetzt langweilig werden sollte

Christian Sewing hat die Deutsche Bank zurück in die Gewinnzone geführt. Mit 7,1 Milliarden Euro Jahresüberschuss und einer Eigenkapitalrendite von über 10 Prozent hat der Konzern 2025 seine selbst gesteckten Ziele erreicht. Analysten hatten dem Institut diese Leistung noch vor wenigen Monaten nicht zugetraut.

Dennoch ist die Bank noch weit vom Status eines verlässlichen, unspektakulären Finanzhauses entfernt. Zwei zentrale Probleme verhindern, dass die Deutsche Bank endgültig zur soliden Branchengröße wird – und damit für Anleger zur berechenbaren Investition.

Razzia überschattet Bilanzerfolg

Die Staatsanwaltschaft durchsuchte am Mittwoch Räume der Bank, nur einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz. Die Ermittlungen stehen offenbar im Zusammenhang mit Geschäftsbeziehungen zum russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Für ein Institut, das seit Jahren beteuert, Milliarden in verbesserte Compliance-Systeme investiert zu haben, ist dieser Vorgang ein herber Rückschlag.

Die Finanzaufsicht BaFin hatte zwar kürzlich ihren Sonderbeauftragten aus der Bank abgezogen – ein Zeichen für Fortschritte bei den internen Kontrollen. Die erneute Razzia zeigt jedoch: Im Umgang mit Problemkunden bestehen weiterhin Defizite. Für Aktionäre bedeutet das anhaltende Rechts- und Reputationsrisiken.

Investmentbanking bleibt dominierend

Das zweite Hindernis auf dem Weg zur Stabilität ist die anhaltende Abhängigkeit vom Investmentbanking. Von den Gesamterträgen in Höhe von 32 Milliarden Euro entfielen 11,5 Milliarden Euro auf dieses volatile Geschäftsfeld. Das entspricht mehr als einem Drittel der Konzerneinnahmen.

Sewing hatte bei seinem Amtsantritt 2018 versprochen, diese Unwucht zu reduzieren. Passiert ist wenig. Dabei birgt die starke Investmentbank-Lastigkeit erhebliche Risiken: Das Geschäft schwankt stark mit den Kapitalmärkten und kann schnell Verluste produzieren. Für eine nachhaltige Bewertung an der Börse ist das Gift.

Privatkundengeschäft muss wachsen

Die Lösung liegt nicht darin, das Investmentbanking zu schrumpfen. Das Segment ist profitabel und volkswirtschaftlich sinnvoll. Stattdessen muss die Bank ihre anderen Bereiche ausbauen, insbesondere das Privatkundengeschäft. Nur so lässt sich das Ertragsrisiko diversifizieren.

Für Anleger bedeutet der aktuelle Status quo: Die Deutsche Bank hat ihre existenzbedrohende Krise überwunden und ist wieder profitabel. Doch von der Berechenbarkeit und Stabilität, die eine nachhaltige Neubewertung der Aktie rechtfertigen würde, ist das Institut noch ein Stück entfernt. Wer investiert, sollte sich der verbleibenden Risiken bewusst sein – auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick beeindrucken.

Deutsche BankChristian SewingInvestmentbankingEigenkapitalrenditeCompliance

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