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Deutsche Bahn vor Streckenstreichungen

Höhere Trassenpreise und Ticketkosten bedrohen das Fernverkehrsangebot

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Deutsche Bahn vor Streckenstreichungen

Auf Bahnreisende könnten höhere Ticketpreise zukommen, während das Angebot möglicherweise schrumpft. Dies ist auf steigende Kosten für die Nutzung der Schienen zurückzuführen. Es gibt bereits eine Streichliste mit Verbindungen, die wegfallen könnten. Im Fernverkehr der Deutschen Bahn drohen wegen stark steigender Trassenpreise teurere Tickets und weniger Verbindungen. Nach derzeitigem Stand sollen für Fernzüge ab Jahresende 17,7 Prozent mehr für die Nutzung des Schienennetzes fällig werden. Wenn dies direkt an die DB-Tochter weitergegeben wird, seien Angebotsreduktionen und auch eine Erhöhung der Ticketpreise unumgänglich. Der Konzern teilte als Reaktion auf einen Bericht des Magazins Spiegel mit, dass für die DB Fernverkehr AG schlecht ausgelastete Züge nicht mehr tragbar wären und das Angebot entsprechend reduziert werden muss.

Laut Spiegel könnte das Angebot an Intercity-Zügen im kommenden Jahr bundesweit reduziert werden. Besonders betroffen seien Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, wo mehrere Städte nicht mehr bedient werden könnten. Fernzüge auf bestimmten Strecken, darunter Karlsruhe - Stuttgart - Aalen - Crailsheim - Nürnberg - Leipzig und Gera - Weimar - Erfurt - Gotha - Kassel - Dortmund - Köln, stehen zur Disposition. Auch das Angebot an ICEs nach Stralsund an der Ostsee könnte in der Nebensaison stark reduziert werden. Diese Intercitys und ICEs gehören zu den am schwächsten ausgelasteten Zügen der Deutschen Bahn.

Ein Ende der Intercity-Verbindung von Dresden nach Rostock sei durch politischen Druck gestoppt worden. Die DB wies den Spiegel-Bericht jedoch zurück und betonte, dass es derzeit keine konkreten Pläne zur Streichung der genannten Fernverkehrsverbindungen gibt. Der Konzern erklärte, dass im April die Planungen für den Fahrplan 2025 abgeschlossen wurden, welcher derzeit keine der genannten Angebotskürzungen vorsieht. Allerdings müsse man wegen der steigenden Trassenpreise den Umfang des Fahrplanangebotes bundesweit überprüfen.

Das Bundesverkehrsministerium dementierte ebenfalls Streckenstreichungen. Der Bund als Eigentümer der Bahn habe ein Interesse daran, dass der Schienenpersonenverkehr in ganz Deutschland reibungslos erfolgt. Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte die möglichen Streichungen und forderte mehr staatliche Unterstützung, um ein ausreichendes Angebot in der Fläche sicherzustellen.

Grund für die drohenden Streichungen ist laut Spiegel die geplante Eigenkapitalerhöhung bei der Bahn. Die Bundesregierung will das Eigenkapital in den kommenden Jahren um bis zu 20 Milliarden Euro aufstocken, um das marode Schienennetz zu erneuern. Dies führt jedoch zu höheren Zinsen, die die DB-Infrastrukturgesellschaft InfraGo zahlen muss, was zu unerwarteten Mehrkosten führt. Diese Mehrkosten sollen über die Trassenentgelte zurückgeholt werden.

Die Bundesnetzagentur genehmigte kürzlich eine deutliche Erhöhung der Trassenpreise für 2025. Aufgrund einer gesetzlichen Regelung darf der Regionalverkehr nicht so stark belastet werden, daher werden die Erhöhungen vor allem auf den Fern- und den Güterverkehr umgelegt. Vor einem "toxischen Mix" warnte Clemens Först von der Rail Cargo Group, da die marode Infrastruktur, viele Baustellen und massive Kostensteigerungen den Güterverkehr auf die Straße verlagern könnten.

Schon vor dieser Preiserhöhung waren die Kosten gestiegen, da die staatliche Trassenpreisförderung durch den Bund Ende vergangenen Jahres gekürzt wurde. Dies führt zu einer Verdopplung der Kosten. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert eine höhere Gegenfinanzierung der Infrastruktur durch den Staat, um eine Erhöhung der Trassenentgelte zu vermeiden. Der Bund müsse dem Konzern "kompetent auf die Finger schauen", um sicherzustellen, dass das Geld effizient verwendet wird.

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