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DAX-Unsicherheit und Arbeitskämpfe prägen deutsche Wirtschaft

Lufthansa-Rückkehr gefährdet, Tesla unter Druck, chinesischer Kaffee-Riese startet Preiskampf

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DAX-Unsicherheit und Arbeitskämpfe prägen deutsche Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck: Während die Zusammensetzung des DAX 40 vor der Quartalsüberprüfung am 4. März wackelt, eskalieren Arbeitskonflikte bei namhaften Unternehmen. Gleichzeitig drängen aggressive internationale Wettbewerber auf den deutschen Markt – allen voran der chinesische Kaffee-Gigant Cotti Coffee mit einer radikalen Niedrigpreisstrategie.

Die erhoffte Rückkehr der Lufthansa in den DAX steht auf der Kippe. Nach einem massiven Kurseinbruch infolge von Gewerkschaftsstreiks liegt die Fluggesellschaft laut Deutsche Bank nur noch knapp über der Schwelle für einen schnellen Wiederaufstieg. Mit einem Puffer von lediglich 60 Millionen Euro Free-Float-Marktkapitalisierung zum 34. Rang könnte bereits eine weitere negative Kursentwicklung bis zum Stichtag am 27. Februar die Pläne zunichtemachen. Sollte Lufthansa dennoch den Sprung schaffen, würde voraussichtlich Zalando weichen müssen.

Arbeitskonflikte bei Jungheinrich und Tesla

Bei Jungheinrich endet nach 80 Streiktagen ein erbitterter Arbeitskampf: Das Werk Lüneburg wird bis Ende März 2027 geschlossen, 160 Arbeitsplätze fallen weg. Die IG Metall sicherte zwar ein millionenschweres Sozialpaket und eine Transfergesellschaft, kritisiert aber die strategisch motivierte Schließung eines profitablen Standorts. 125 Verwaltungs- und Entwicklungsstellen bleiben erhalten, die Produktion von Spezialgeräten endet jedoch.

Bei Tesla in Grünheide eskaliert der Konflikt zwischen Konzernleitung und IG Metall. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ermittelt gegen einen Gewerkschaftsvertreter wegen angeblicher heimlicher Aufzeichnung einer Betriebsratssitzung am 10. Februar. Tesla wirft dem Funktionär vor, gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen zu haben. Die IG Metall weist die Vorwürfe als Verleumdungskampagne zurück und spricht von einem gezielten Angriff kurz vor der entscheidenden Betriebsratswahl Anfang März.

Chinesischer Kaffee-Riese startet Preisoffensive

Der chinesische Kaffee-Konzern Cotti Coffee hat erste Filialen in Düsseldorf, Hamburg, Berlin und Köln eröffnet und greift den deutschen Markt mit aggressiver Preispolitik an. Espresso für 99 Cent, Cappuccino für 2,79 Euro – die Kampfpreise zielen auf schnelle Marktanteile im rund 8 Milliarden Dollar schweren deutschen Kaffeemarkt. Branchenkenner sehen darin keine bloße Testphase, sondern ernsthafte Expansionspläne.

Cotti-Gründer Qian Zhiya, ehemaliger CEO von Luckin Coffee, setzt auf automatisierte Maschinen und App-Bestellungen an hochfrequentierten Standorten. Interessant: In China selbst drosselt Cotti bereits die Rabattschlacht, nachdem Behörden ruinöse Preiskämpfe eindämmen wollen. Konkurrent LAP Coffee steht in Berlin bereits in der Kritik, kleine inhabergeführte Cafés unter Druck zu setzen.

BrewDog sucht Käufer

Parallel dazu steht BrewDog, Großbritanniens größte unabhängige Brauerei mit Produktionskapazitäten in Deutschland, zum Verkauf. Nach einem Vorsteuerverlust von 36,7 Millionen Pfund in 2024 und stagnierendem Umsatzwachstum hat das Unternehmen AlixPartners mit der Zerschlagung beauftragt. Große Brauereien wie Carlsberg oder Heineken gelten als mögliche Interessenten für die Produktionsstandorte.

Globale Warnung vor Yen-Carry-Trade

BCA Research warnt unterdessen vor einer "tickenden Zeitbombe" an den globalen Finanzmärkten: dem massiven Yen-Carry-Trade. Hedgefonds halten Yen-Forwards im Wert von 35 Billionen Yen. Die Analysten erwarten eine Abwicklung durch fallende Kurse fremdfinanzierter Anlagen, nicht durch steigende japanische Zinsen. Japanische Investoren besitzen ausländische Vermögenswerte im Wert von 12 Billionen Dollar, Versicherungen sichern nur 46 Prozent ihrer Auslandsengagements ab. BCA empfiehlt eine Long-Position im Yen gegenüber dem Dollar.

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