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DAX startet leicht höher – Iran-Gespräche und Xi-Besuch im Fokus

Neue US-Iran-Gespräche und Xi-Besuch in Washington rücken in den Fokus

• 4 Min
DAX startet leicht höher – Iran-Gespräche und Xi-Besuch im Fokus

Die Weltpolitik bestimmt derzeit das Geschehen an den Börsen, und der DAX könnte am Mittwoch leicht höher in den Handel starten. Erste Indikationen sehen den deutschen Leitindex rund 0,4 Prozent über seinem Schlussstand vom Dienstag. Am Vortag hatte der DAX kaum verändert bei 25.578 Punkten geschlossen.

Im Fokus stehen neue Gespräche zwischen Vertretern der USA und dem Iran, die am Rande der UN-Generalversammlung stattfanden. Die Ölpreise gaben daraufhin weiter leicht nach. Rohöl der Sorte Brent notierte zuletzt unter 99 Dollar pro Barrel. Nach Aussage von US-Präsident Donald Trump hätten die Delegationen ein weiteres Gespräch "in sehr naher Zukunft vereinbart".

Die Details

Die diplomatischen Signale zwischen Washington und Teheran sind vielschichtig. Bei seiner Rede vor den UN-Staats- und Regierungschefs erklärte Trump, er halte ein Abkommen mit dem Iran nach den Kongresswahlen am 3. November für möglich. Zugleich drohte er aber mit der "Vernichtung" der Islamischen Republik. Diese Mischung aus Verhandlungsbereitschaft und Konfrontation hält die Märkte in Spannung.

Parallel dazu richten sich die Blicke der Marktteilnehmer hoffnungsvoll auf den Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington, der am Mittwochabend beginnt. Die Anleger setzen auf eine Verlängerung des Anfang November auslaufenden Zollmoratoriums. Zudem könnten wichtige Vereinbarungen zum Handel mit Rohstoffen sowie Künstlicher Intelligenz (KI) und Halbleitern getroffen werden.

An den chinesischen Börsen war vor dem Treffen Zurückhaltung zu spüren. Der Shanghaier SSE 100 gab leicht nach. In Südkorea setzte sich dagegen die KI-Rally mit leichten Zugewinnen fort. Die Börse in Tokio blieb am Mittwoch wegen eines Feiertags geschlossen.

Auch die Börsen in New York hatten uneinheitlich tendiert. Die Standardwerte des Dow Jones verloren 0,4 Prozent, während die Technologietitel an der Nasdaq um ein halbes Prozent zulegten. Der Nasdaq 100 erreichte erstmals seit Juni wieder ein neues Rekordhoch. Die Technologierally wird weiter von der starken Nachfrage nach neuen KI-Apps von Meta und Google genährt.

Hintergrund: Was bisher geschah

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran beschäftigt die Börsen seit Monaten. Bereits am 15.04.2026 berichtete aktien.news, dass die Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche den asiatischen Aktienmärkten Auftrieb gegeben hatte. Trump signalisierte damals, dass Verhandlungen mit Teheran schon bald in Pakistan wieder aufgenommen werden könnten – möglicherweise innerhalb der nächsten zwei Tage. Analyst Tony Sycamore von IG kommentierte: "Die beeindruckende Kursentwicklung bei Risikoanlagen deutet darauf hin, dass die Märkte bereit sind, über die unmittelbaren Auswirkungen des Nahostkonflikts hinwegzusehen."

Am selben Tag berichtete aktien.news, dass der DAX nach seiner deutlichen Erholung zunächst auf der Stelle trat. Der deutsche Leitindex notierte mit einem minimalen Plus von 0,09 Prozent bei 24.111 Punkten und hielt sich knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 24.000 Punkten. Die Zurückhaltung der Anleger hatte einen klaren Grund: Sie warteten ab, ob die Gespräche zwischen den USA und dem Iran tatsächlich wieder aufgenommen werden.

Am 27.04.2026 zeigte sich ein gemischtes Bild. Der DAX startete fester trotz Ölpreisanstieg und Inflationssorgen. Das bestimmende Thema blieb der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Am Wochenende zuvor hatten die Hoffnungen auf Friedensgespräche einen Dämpfer erhalten: Trump sagte eine geplante Reise seiner Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner kurzfristig ab. "Der Markt ringt um Orientierung, sowohl geldpolitisch als auch geopolitisch", kommentierte Timo Emden, Marktexperte.

Am 14.05.2026 erholte sich der DAX und eroberte die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten zurück. Zwei Themen dominierten das Marktgeschehen: eine erneute Flut von Quartalsergebnissen sowie die Ankunft von Trump in China. Anleger hofften damals, dass Peking eine Vermittlerrolle in den ins Stocken geratenen Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran übernehmen könnte.

Was das für Anleger bedeutet

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass geopolitische Faktoren weiterhin die kurzfristige Richtung an den Aktienmärkten bestimmen. Der DAX notiert mit 25.578 Punkten deutlich über den Niveaus der vergangenen Monate – im April lag er noch bei rund 24.000 Punkten. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt und die Annäherung zwischen den USA und China geben dem Markt Rückenwind.

Für Anleger bleibt die Lage jedoch zweigeteilt. Während Technologiewerte von der KI-Rally profitieren und der Nasdaq 100 neue Rekordhochs erreicht, zeigen sich die Standardwerte im Dow Jones schwächer. Die Ölpreise unter 99 Dollar je Barrel Brent sind ein positives Signal für die Gesamtwirtschaft, da niedrigere Energiekosten die Inflation dämpfen könnten.

Ausblick

Die Marktteilnehmer richten ihren Fokus auf den Staatsbesuch von Xi Jinping in Washington, der am Mittwochabend beginnt. Entscheidend wird sein, ob das Anfang November auslaufende Zollmoratorium verlängert wird und ob es zu konkreten Vereinbarungen im Handel mit Rohstoffen, KI und Halbleitern kommt. Zudem bleibt die Frage offen, ob die Gespräche zwischen den USA und dem Iran tatsächlich fortgesetzt werden – Trump sprach von einem weiteren Treffen "in sehr naher Zukunft". Die Kongresswahlen am 3. November könnten dabei ein wichtiger Zeitpunkt für eine mögliche Einigung sein.

Kurz erklärt

  • **Rohöl der Sorte Brent

**: Eine der wichtigsten internationalen Ölsorten, deren Preis als Referenz für rund zwei Drittel des weltweit gehandelten Rohöls dient.

  • **

Zollmoratorium

**: Eine zeitlich befristete Aussetzung von Einfuhrzöllen, die in Handelskonflikten als vertrauensbildende Maßnahme eingesetzt wird.

  • **

Nasdaq 100**: Ein Aktienindex, der die 100 größten Unternehmen an der US-Technologiebörse Nasdaq umfasst und als Gradmesser für den Technologiesektor gilt.

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