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DAX dreht ins Plus – doch die Nervosität bleibt

Der aktuelle Marktbericht von Aktien.news

• 3 Min
DAX dreht ins Plus – doch die Nervosität bleibt

Der DAX hat am Freitag die Kurve gekriegt – und das ausgerechnet in einem Umfeld, in dem viele Anleger schon beim nächsten Ausschlag zusammenzucken. Nach drei Verlusttagen setzte der Leitindex zur Gegenbewegung an und schloss 0,9 Prozent höher bei 24.721 Punkten. Auf Wochensicht bleibt damit ein Plus von 0,7 Prozent.

Auffällig ist: Erholung ja – Entwarnung nein. Die Schwankungen der vergangenen Tage stecken den Markt noch in den Knochen, während ausgerechnet die Tech-Werte weiter unter Druck stehen. Genau dieser Widerspruch prägt das Bild: Stabilisierung an der Oberfläche, Nervosität darunter. Reicht das, um das Vertrauen nachhaltig zurückzubringen?

Siemens Energy und Bayer liefern die positiven Reize

Zu den stärksten DAX-Werten gehörte Siemens Energy, die Aktie notierte auf Rekordniveau. Der Impuls kam aus den USA: Bloom Energy überzeugte mit einer Umsatzprognose für das laufende Jahr, die über den Markterwartungen lag – und zog den deutschen Titel gleich mit nach oben. So schnell kann ein Branchen-Signal zum Kurstreiber werden.

Auch Bayer stand weit oben auf den Gewinnerlisten. Anleger setzen auf Asundexian, einen Gerinnungshemmer. Analysten äußerten sich im Kontext neuer Studiendaten positiv zur Wirksamkeit und Sicherheit – ein Fingerzeig, der mehr ist als Tagesrauschen, weil er Hoffnungen auf Substanz hinter dem Kursimpuls nährt.

Oman-Gespräche, Öl-Schwankungen und ein nervöser Rohstoffmarkt

Politisch kamen die Schlagzeilen aus dem Oman: Iran und USA haben indirekte Gespräche aufgenommen. Die Erwartungen bleiben gedämpft, denn die Positionen liegen weit auseinander – schon bei der Agenda. Teheran will nur über das Atomprogramm sprechen, Washington drängt zusätzlich auf Gespräche über Raketenarsenal und die Unterstützung verbündeter Milizen.

Am Ölmarkt zeigte sich, wie dünn die Nerven sind. Rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls passiert die Straße von Hormus zwischen Oman und Iran – ein Nadelöhr, das jedes diplomatische Signal sofort in Bewegung übersetzt. Brent und WTI zogen zeitweise an, fielen am Nachmittag aber wieder, nachdem bekannt wurde: Die Gespräche sind vorerst beendet, sollen jedoch fortgesetzt werden. Nun wird sich zeigen, ob beide Seiten auf Annäherung setzen – „oder ob die Lage weiter eskaliert, zumal die USA ihre Militärpräsenz im Golf zuletzt deutlich verstärkt haben“, sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck.

Während Öl zwischen Hoffnung und Risiko pendelte, rutschte Kupfer deutlich ab: Seit Wochenbeginn ging es um mehr als zwei Prozent nach unten – der größte Wochenverlust seit April 2025. Der Preis lag bei 12.906 Dollar je Feinunze und damit mehr als elf Prozent unter dem Rekordhoch von Ende Januar. Experten führten das auf steigende Lagerbestände und einen starken Dollar zurück. Auch das passt ins Bild: Der Markt sucht Halt, doch die Rohstoffseite sendet eher Bremssignale.

USA-Börsen stabilisieren sich, Blick geht auf den Arbeitsmarkt

In New York versuchten die Indizes zum Wochenschluss den Stabilisierungsversuch. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 lagen im frühen Handel im Plus, der Dow markierte sogar ein Rekordhoch. Gleichzeitig bleibt die Tech-Schwäche als Nachwirkung der vergangenen Tage präsent – auch, weil Anleger bei hohen KI-Investitionen genauer trennen wollen zwischen möglichen Gewinnern und Verlierern des Booms.

Entscheidend wird nächste Woche der US-Arbeitsmarktbericht für Januar, der wegen des zwischenzeitlichen Stillstands der US-Verwaltung erst am Mittwoch veröffentlicht wird. Experten erwarten, dass der Jobmarkt trotz kräftigen Wachstums eher auf der Stelle tritt. Commerzbank-Ökonom Christoph Balz verweist darauf, dass ein Teil des geringeren Beschäftigungsaufbaus mit der restriktiven Einwanderungspolitik zusammenhängen dürfte. Und während sich die Hoffnung mancher Anleger auf positivere Signale aus den USA verlagert, mahnt Helaba-Stratege Markus Reinwand zur Vorsicht: Zwischen Aktienbewertung und Konjunkturverlauf klaffe seit geraumer Zeit eine Lücke.

Neben den Makrodaten läuft die Berichtssaison weiter: In Deutschland legen unter anderem TUI, TeamViewer, Siemens Energy, Commerzbank, Thyssenkrupp und Mercedes-Benz Zahlen vor, in den USA unter anderem McDonald’s, Coca-Cola, Ford, Marriott, AirBnB und Moderna.

Am Kryptomarkt beruhigte sich die Lage zumindest vorerst: Bitcoin wurde am Nachmittag auf Bitstamp bei 67.100 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs in der Nacht zeitweise knapp unter 60.000 Dollar gefallen war – der tiefste Stand seit Oktober 2024. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob aus dieser Stabilisierung ein tragfähiger Boden wird – oder nur eine kurze Verschnaufpause.

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