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Clark zieht sich aus Österreich zurück

Manager übernimmt: Neuer Name und Fokus auf Wachstumsmärkte für das Insurtech

Clark zieht sich aus Österreich zurück

Der digitale Versicherungsmakler Clark hat sich entschieden, sein Österreich-Geschäft aufzugeben. Dieser Schritt erfolgt nach dem erfolglosen Versuch, auf dem österreichischen Markt Fuß zu fassen. Bereits im April 2020 hatte das Frankfurter Start-up voller Hoffnung seine ersten Schritte im Ausland unternommen. Doch die Realität sah anders aus, und die erwarteten Erfolge blieben aus. Infolgedessen wird die Clark-Gruppe ihren Service in Österreich zum Jahresende einstellen, wie das Handelsblatt exklusiv erfahren hat.

Der Rückzug aus Österreich erfolgt im Rahmen eines sogenannten Management Buy-outs. Dabei übernimmt Philip Steiner, bisheriger Geschäftsführer von Clark Austria, die Verantwortung für die mehr als 30.000 österreichischen Kunden. Das Geschäft wird unter dem neuen Namen „Franz findets“ weitergeführt.

Wie viele andere Start-ups hat sich Clark inmitten der anhaltenden Coronakrise mit gestiegener Inflation, höheren Zinsen und schwierigeren Finanzierungsbedingungen darauf konzentriert, das Unternehmen in die Gewinnzone zu führen. Doch in Österreich erwies es sich als schwieriger als erwartet, profitabel zu wachsen. Dieses Problem ist nicht einzigartig, da auch andere Insurtechs zugeben, die Komplexität der Auslandsexpansion unterschätzt zu haben.

Gemäß Informationen des Handelsblatts hat Clark verschiedene Optionen für das Österreich-Geschäft geprüft, einschließlich des Verkaufs an einen Versicherer. Internen Dokumenten zufolge wurde festgestellt, dass das Geschäft in Österreich "vermutlich stark defizitär" sei und der Kaufpreis negativ ausfallen könnte.

Obwohl Clark keine Angaben zum Kaufpreis gemacht hat, betonte Firmenchef Christopher Oster, dass man mit Philip Steiner den perfekten Käufer gefunden habe. Er versicherte den österreichischen Kunden, dass sie weiterhin umfassend betreut werden. Steiner kann stolz auf 25 Jahre Erfahrung in der Versicherungsindustrie zurückblicken. Vor seiner Tätigkeit bei Clark war er Vertriebsvorstand der Nürnberger Versicherung in Österreich.

Clark wird sich in Zukunft auf rentable Wachstumsmärkte in Europa konzentrieren, um den langfristigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, wie das Insurtech bekanntgab. Neben Deutschland ist die Clark-Gruppe auch in der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien aktiv. Im Jahr 2022 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2023 erzielte das Insurtech im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzwachstum von über 50 Prozent und strebt an, bis Ende des Jahres in die schwarzen Zahlen zu gelangen.

Clark wird von namhaften Investoren wie Allianz X, Tencent, White Star Capital und Portage finanziert und betreut mit 800 Mitarbeitern mehr als zwei Millionen Kunden.

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