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Claire's schließt 154 Filialen in UK und Irland

Die Accessoire-Kette stellt nach zweifacher Insolvenz innerhalb eines Jahres den Betrieb ein – über 1.300 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

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Claire's schließt 154 Filialen in UK und Irland

Der Accessoire-Händler Claire's hat sämtliche 154 eigenständigen Filialen im Vereinigten Königreich und in Irland geschlossen. Mehr als 1.300 Mitarbeiter wurden über ihre Entlassung informiert, wie der Insolvenzverwalter Kroll am 27. April bekanntgab. Die 350 Verkaufsflächen innerhalb anderer Kaufhäuser (sogenannte Concessions) bleiben hingegen vorerst geöffnet.

Das Unternehmen rutschte innerhalb eines Jahres gleich zweimal in die Insolvenzverwaltung – ein deutliches Zeichen für die tiefgreifenden strukturellen Probleme der Kette. Kroll erklärte offiziell: „Seit dem 27. April haben alle eigenständigen Claire's-Filialen im Vereinigten Königreich und in Irland den Betrieb eingestellt. Alle Filialmitarbeiter wurden über die betriebsbedingten Kündigungen informiert."

Claire's war jahrzehntelang ein fester Bestandteil der britischen Einkaufsstraßen. Das leuchtend lila Branding, die farbenfrohen Schaufenster voller Schmuck und Armbänder sowie die beliebten Ohrlochstech-Dienste machten die Kette für Millionen von Teenagern beim Samstagsbummel zu einem vertrauten Anblick.

Schwaches Weihnachtsgeschäft als Auslöser

Die Eigentümer von Claire's, Modella Capital, hatten bereits im Januar erklärt, dass ein „besorgniserregend" schwaches Weihnachtsgeschäft das Unternehmen in eine „vulnerable" Lage gebracht habe. Zudem wurde das Klima in den Einkaufsstraßen als „extrem herausfordernd" bezeichnet. Auch die britische Regierungspolitik trug laut Modella Capital zur Misere bei: Die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge (National Insurance Contributions) habe die Personalkosten in die Höhe getrieben und ein schwieriges Handelsumfeld geschaffen.

Doch die Probleme reichen tiefer. Die Modeexpertin Priya Raj erklärte gegenüber der BBC, dass sich der Geschmack der Zielgruppe grundlegend verändert habe: „Wir haben uns größtenteils von originellem, buntem Modeschmuck entfernt, wofür Claire's am bekanntesten ist. Wenn wir uns die heutigen Teenager ansehen, lassen sie sich eher von sozialen Medien beeinflussen, was sie kaufen sollen, als von ihrer lokalen Einkaufsstraße oder dem Einkaufszentrum." Die Vorlieben entwickelten sich hin zu minimalistischem Schmuck – „im Grunde nicht der niedliche, jugendliche Look, für den Claire's bekannt ist".

Online-Konkurrenz und veränderte Konsumgewohnheiten

Neben dem Wandel im Geschmack litt Claire's massiv unter dem Wettbewerb durch günstigere Online-Marken wie Shein und Temu. Aber auch stationäre Konkurrenten wie Primark und Superdrug machten dem Unternehmen Marktanteile streitig, wie Einzelhandelsanalystin Catherine Shuttleworth betonte.

Shuttleworth verwies zudem auf einen weiteren Trend: Junge Menschen hätten heute mehr Möglichkeiten, ihr Geld auszugeben – darunter Ausgaben für Desserts, Kaffee, Matcha und Bubble Tea. „Der Wettbewerb um die Käufer der Generation Alpha war noch nie so hart", sagte sie. „Sie sind die Generation der Social Shopper – sie verändern die Art und Weise, wie sie kaufen, und erwarten mehr von den Marken, mit denen sie interagieren. Diese Altersgruppe hat heute so viele Optionen, ihr Geld auszugeben, dass Geschäfte, die einfach nur ‚Sachen' verkaufen, schlichtweg nicht mehr ausreichen."

Die Schwierigkeiten beschränken sich nicht auf Europa: Auch der US-amerikanische Zweig von Claire's kämpft ums Überleben. Im Jahr 2025 meldete er zum zweiten Mal Insolvenz an – nachdem bereits 2018 Gläubigerschutz beantragt worden war. Das Schicksal von Claire's steht exemplarisch für den anhaltenden Strukturwandel im stationären Einzelhandel, der weltweit unter dem Druck des E-Commerce und veränderter Konsumgewohnheiten leidet.

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