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Chipindustrie unter Druck durch neue US-Regeln

Exportkontrollen, Kursverluste und Konkurrenz aus China belasten die KI-Hoffnungsträger

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 Chipindustrie unter Druck durch neue US-Regeln

Die US-Regierung hat neue Exportkontrollen für Hochleistungschips eingeführt, die sich insbesondere auf den Technologiekonzern Nvidia auswirken. Der Export bestimmter Chips, darunter die für Künstliche Intelligenz konzipierten H20-Modelle, nach China sowie nach Hongkong und Macau ist künftig nur noch mit einer speziellen Lizenz erlaubt. Auch Verkäufe an Unternehmen mit chinesischem Mutterkonzern unterliegen dieser Beschränkung. Ziel der Maßnahmen ist es, zu verhindern, dass fortschrittliche US-Technologie in chinesischen Supercomputern eingesetzt wird.

Nvidia rechnet im ersten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres, das am 27. April endet, mit finanziellen Einbußen in Höhe von rund 5,5 Milliarden Dollar aufgrund der neuen Exportregeln. Bereits zuvor durfte das Unternehmen unter Präsident Joe Biden nur eine eingeschränkte Version des H20-Chips nach China liefern. Nun wird offenbar auch diese Möglichkeit unterbunden. Als Reaktion auf die Entwicklungen geriet der Aktienkurs von Nvidia unter Druck.

Auch andere Unternehmen der Chipbranche sind betroffen. Beim niederländischen Hersteller ASML blieben die Auftragseingänge im ersten Quartal hinter den Erwartungen zurück. Der Aktienkurs fiel deutlich. ASML ist der weltweit einzige Produzent spezieller Lithografiemaschinen, die für die Fertigung moderner Chips – auch im Bereich Künstliche Intelligenz – benötigt werden. Die jüngsten US-Zollmaßnahmen und die damit verbundene Unsicherheit im wirtschaftlichen Umfeld belasten das Geschäft, wie Unternehmenschef Christophe Fouquet mitteilte.

Die Aktienkurse mehrerer Chipunternehmen befinden sich seit einiger Zeit im Abwärtstrend. Nvidia hat seit dem Rekordhoch im Januar bei rund 150 Dollar etwa 40 Prozent eingebüßt. Die ASML-Aktie fiel seit Sommer 2024 von 1021 Euro auf rund 575 Euro, ein Rückgang von 44 Prozent. Auch die Aktie von Broadcom verlor seit dem Dezemberhoch bei 249 Euro rund 30 Prozent an Wert.

Neben politischen Maßnahmen trugen auch technologische Entwicklungen zur Verunsicherung bei. Anfang des Jahres sorgte das chinesische KI-Modell DeepSeek für Unruhe. Es ist günstiger und einfacher aufgebaut als westliche Alternativen, was die Frage aufwarf, ob künftig überhaupt noch teure Hochleistungschips benötigt werden. Diese Unsicherheit belastete die Kurse zusätzlich.

Anleger hatten hohe zukünftige Gewinne in die Chipaktien eingepreist. Doch mit der zunehmenden geopolitischen Unsicherheit steigt das Risiko von Kurskorrekturen. Viele Investoren nutzen die Gelegenheit, bestehende Gewinne zu realisieren.

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