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Chinesische Elektroauto-Zulassungen in Europa stark rückläufig

Strafzölle und geringere Nachfrage bremsen Marktanteil chinesischer Hersteller

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Chinesische Elektroauto-Zulassungen in Europa stark rückläufig

Chinesische Autohersteller haben im Juli 2024 einen Rückgang bei den Zulassungen von Elektroautos in Europa verzeichnet. Laut Daten des Marktforschungsunternehmens Dataforce sank der Anteil von Marken wie MG und BYD an den elektrischen Zulassungen auf 9,9 Prozent, verglichen mit 10,2 Prozent im gleichen Monat des Vorjahres. Ein entscheidender Faktor für diesen Rückgang sind mögliche Strafzölle, die von der EU-Kommission derzeit diskutiert werden. Diese könnten im November endgültig eingeführt werden und würden Importe aus China mit Zöllen von bis zu 48 Prozent belegen. Die Höhe dieser Zölle hängt davon ab, wie stark ein Hersteller subventioniert wurde und wie kooperativ er sich in den Verhandlungen mit der EU zeigt.

Besonders betroffen von den potenziellen Zöllen ist die Marke MG, eine Tochter des chinesischen Staatskonzerns SAIC. Dieser Hersteller hat nach Angaben aus Brüssel "höchst unzureichend" auf Anfragen der Kommission reagiert und könnte daher den Höchstsatz der Zölle zu spüren bekommen. Die Folgen dieser Entwicklung zeigen sich bereits in den Zulassungszahlen: Laut Jato Dynamics gingen die Zulassungen von MG im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 38 Prozent zurück, und im Vergleich zum Juni betrug der Rückgang sogar 60 Prozent. Offenbar hatte der Hersteller versucht, den drohenden Zöllen zuvorzukommen, indem er 13.000 Fahrzeuge zur Zulassung brachte.

Insgesamt wurden im Juli weniger als 14.000 Elektroautos von chinesischen Herstellern in Europa registriert, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 23.000 Fahrzeugen, die im Juni zugelassen wurden. Dennoch konnte der chinesische Hersteller BYD seinen Marktanteil in Europa weiter ausbauen. BYD baut derzeit Werke in Ungarn und der Türkei, um in Zukunft die drohenden Zölle zu umgehen. Auch der chinesische Hersteller Xpeng, ein Partner von Volkswagen, erwägt laut Bloomberg den Aufbau eines Produktionsstandorts in der EU.

Der europäische Markt für Elektroautos wächst insgesamt langsamer, was vor allem auf die Entwicklung in Deutschland zurückzuführen ist. Nachdem im vergangenen Jahr die Kaufprämie für Elektroautos gestrichen wurde, sind die Neuzulassungen im Juli 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent gesunken. In Belgien und Dänemark, wo es weiterhin Anreize für Elektroautos gibt, hat die Nachfrage hingegen zugenommen. Auch in England sind die Zulassungen im Juli gestiegen, doch die neue Labour-Regierung hat noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob sie sich der EU bei der Einführung von Zöllen anschließen wird.

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