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Chinesische Autobauer erobern Europa: Marktanteile verdoppelt auf 6 Prozent

Norwegischer Markt führend mit 14 Prozent Anteil – Deutschland bleibt zurückhaltend bei nur 2 Prozent

Chinesische Autobauer erobern Europa: Marktanteile verdoppelt auf 6 Prozent

Chinesische Automobilhersteller haben 2025 ihren Marktanteil in Europa auf 6 Prozent verdoppelt und damit einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Das zeigen aktuelle Daten des Automobilberatungsunternehmens Inovev. Allerdings variiert der Erfolg der asiatischen Marken von Land zu Land erheblich.

Spitzenreiter ist Norwegen, wo chinesische Hersteller fast 14 Prozent aller Neuwagenverkäufe verbuchen konnten. Dies ist vor allem auf die hohe Akzeptanz von Elektrofahrzeugen zurückzuführen, die in Norwegen nahezu alle Neuzulassungen dominieren. In Deutschland und der Slowakei hingegen erreichten die chinesischen Marken lediglich etwas mehr als 2 Prozent der Verkäufe.

Unternehmen wie BYD, Geely Holding und Chery haben ihre Expansion in den wichtigsten europäischen Märkten forciert. Ihr Erfolgsrezept: Fahrzeuge, die teilweise 10.000 Euro günstiger sind als vergleichbare Modelle europäischer Hersteller. Diese aggressive Preisstrategie zieht preisbewusste Käufer an und verschafft den chinesischen Marken einen Wettbewerbsvorteil.

Starkes Wachstum in Großbritannien und Südeuropa

Besonders erfolgreich waren die chinesischen Hersteller in Großbritannien, wo sie ihren Anteil auf rund 11 Prozent steigern konnten. In Spanien und Italien erreichten sie jeweils etwa 9 Prozent Marktanteil – eine annähernde Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Großbritannien hat dabei einen entscheidenden Vorteil für die chinesischen Anbieter: Das Land erhebt keine Zölle auf in China hergestellte Fahrzeuge.

Die Europäische Union hingegen hat Zölle von bis zu 35 Prozent auf in China produzierte Elektrofahrzeuge verhängt. Diese Maßnahme sollte die heimische Automobilindustrie schützen, konnte die chinesischen Hersteller aber nicht vom europäischen Markt fernhalten. Entscheidend ist, dass die Zölle nicht für Modelle mit Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb gelten.

Dies zeigt sich besonders deutlich in Polen: Dort erreichten chinesische Automobilhersteller 2025 einen Marktanteil von 8,2 Prozent, nachdem sie 2023 noch praktisch keine Verkäufe verzeichnet hatten. Fast zwei Drittel der in Polen verkauften chinesischen Fahrzeuge besitzen einen Verbrennungsmotor – eine direkte Reaktion auf die EU-Zollpolitik.

Deutsche Autobauer verteidigen Heimatmarkt

Die Daten von Inovev offenbaren jedoch auch die Grenzen des chinesischen Erfolgs. In Ländern mit eigener Automobilproduktion wie Deutschland oder Frankreich haben die neuen Konkurrenten deutlich mehr Schwierigkeiten, Verbraucher zu überzeugen. Die etablierten Marken und die starke Markenbindung der Kunden stellen hier weiterhin hohe Hürden dar.

Neben den traditionellen chinesischen Herstellern drängen auch Neueinsteiger wie Changan mit neuen Modellen auf den europäischen Markt. Die Strategie: Ein breites Portfolio von Elektrofahrzeugen bis hin zu Verbrennern und Hybriden, um verschiedene Kundensegmente anzusprechen und Zollbarrieren zu umgehen.

Die Zahlen von Inovev umfassen die Europäische Union, Großbritannien, die Schweiz und Norwegen. Nicht eingerechnet ist die schwedische Marke Volvo Cars, die mehrheitlich zum chinesischen Geely-Konzern gehört. Mit Volvo würde der chinesische Marktanteil in Europa noch deutlich höher ausfallen.

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