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China kritisiert Taiwan-USA Handelsabkommen scharf

Peking warnt vor wirtschaftlichen Folgen des neuen Handelsabkommens zwischen Taiwan und den USA. China befürchtet eine Aushöhlung der taiwanesischen Chip-Industrie zugunsten amerikanischer Interessen.

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China kritisiert Taiwan-USA Handelsabkommen scharf

China hat seine scharfe Kritik am kürzlich vereinbarten Handelsabkommen zwischen Taiwan und den USA erneuert. Peking warnt, dass das Abkommen die Wirtschaft der Insel "ausbluten lassen" und hauptsächlich Washington zugutekommen werde. Im Zentrum der Kritik steht die geplante Verlagerung großer Teile der taiwanesischen Halbleiter-Industrie in die Vereinigten Staaten.

Massive Investitionszusagen Taiwans

Das Handelsabkommen sieht vor, dass taiwanesische Unternehmen Direktinvestitionen in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar in den USA tätigen. Die Investitionen sollen in den Aufbau und die Erweiterung von Technologiebetrieben fließen, insbesondere in die Chip- und KI-Produktion. Zusätzlich garantiert die taiwanesische Regierung Kredite in gleicher Höhe, um die Produktionskapazitäten ihrer Technologieunternehmen in Amerika weiter auszubauen.

Im Gegenzug senken die USA ihre Zölle auf taiwanesische Waren von 20 Prozent auf 15 Prozent. Für bestimmte Produkte wie Generika, Flugzeugkomponenten und nicht verfügbare natürliche Ressourcen entfallen die Abgaben komplett. Taiwanesische Chip-Hersteller profitieren zudem von höheren Quoten für zollfreie Importe ihrer Halbleiter.

Pekings Vorwürfe gegen Taiwan

Peng Qingen, Sprecher des chinesischen Büros für Taiwan-Angelegenheiten, kritisierte das Abkommen scharf. Es werde "nur die wirtschaftlichen Interessen Taiwans auslaugen", erklärte er am Mittwoch. Peking wirft der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) vor, den USA zu erlauben, die Schlüsselindustrien der Insel "auszuhöhlen".

China lehnt grundsätzlich Handelsabkommen zwischen Taiwan und Ländern ab, die diplomatische Beziehungen zu Peking unterhalten. Die Volksrepublik betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als eigenes Territorium und fordert Washington auf, sich an das "Ein-China-Prinzip" zu halten. Taiwan weist diese Ansprüche entschieden zurück.

TSMC im Fokus der Auseinandersetzung

Besonders im Fokus steht Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips. Das Unternehmen hat bereits Investitionen von 165 Milliarden US-Dollar in amerikanische Chip-Fertigungsanlagen und ein Forschungslabor zugesagt. Berichten zufolge plant TSMC den Bau von vier bis sechs weiteren Werken in den USA, wodurch die Gesamtzahl auf über zehn steigen würde.

US-Handelsminister Howard Lutnick erklärte, Ziel sei es, 40 Prozent der gesamten taiwanesischen Halbleiter-Lieferkette in die USA zu verlagern. Peking kontert mit dem Hinweis, die Arbeitskosten in amerikanischen TSMC-Fabriken seien mehr als doppelt so hoch wie in Taiwan.

Experten sehen Grenzen der Verlagerung

Fachleute weisen darauf hin, dass Washington durch das Abkommen nicht vollständig von taiwanesischen Halbleitern unabhängig werden dürfte. Taiwan hält an seiner Politik fest, die fortschrittlichste Chip-Technologie im eigenen Land zu behalten. Taiwans Vizepremierminister Cheng Li-chiun betonte, das US-Ziel einer 40-prozentigen Chip-Selbstversorgung hänge nicht allein von Taiwan ab.

Die Auseinandersetzung um das Handelsabkommen verdeutlicht die strategische Bedeutung der Halbleiter-Industrie im globalen Wettbewerb zwischen den USA und China. Taiwan nimmt dabei eine Schlüsselposition ein, die sowohl wirtschaftlich als auch geopolitisch von enormer Relevanz ist.

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