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Cenovus-CEO: Westküsten-Pipeline Kanadas derzeit nicht finanzierbar

Das kanadische Regulierungssystem macht die geplante Millionen-Barrel-Pipeline zur Pazifikküste für private Investoren unattraktiv.

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Cenovus-CEO: Westküsten-Pipeline Kanadas derzeit nicht finanzierbar

Jon McKenzie, CEO von Cenovus Energy, hat auf der Global Energy Show in Calgary ein deutliches Urteil gefällt: Die von Alberta geplante Pipeline zur Pazifikküste von British Columbia sei unter dem derzeitigen kanadischen Regulierungssystem durch den Privatsektor nicht finanzierbar. McKenzie leitet eines der größten Ölsandunternehmen Kanadas und gilt damit als gewichtige Stimme in der Branche.

Im Mittelpunkt seiner Kritik steht das nationale CO2-Preissystem für die Industrie. Dieses mache kanadisches Öl wettbewerbsunfähig und hemme das Produktionswachstum, das für eine ausreichende Auslastung der geplanten Pipeline zwingend erforderlich wäre. Ohne ausreichende Fördermengen fehlt privaten Investoren schlicht die wirtschaftliche Grundlage für ein solches Großprojekt.

Das Projekt: Eine Million Barrel täglich für Asien

Bei der geplanten Pipeline handelt es sich um ein ambitioniertes Infrastrukturvorhaben: Die Leitung soll täglich eine Million Barrel Ölsand-Rohöl aus Alberta an die Pazifikküste transportieren. Von dort aus soll das Öl in asiatische Märkte exportiert werden – eine strategisch bedeutsame Route, die Kanada unabhängiger von seinem wichtigsten Abnehmer, den USA, machen würde.

Das Projekt genießt politische Rückendeckung auf höchster Ebene. Sowohl die Bundesregierung Kanadas als auch die Provinzregierung Albertas haben die Pipeline als gemeinsame politische Priorität eingestuft. Dennoch fehlt bislang jegliche finanzielle Unterstützung durch den Privatsektor – ein entscheidendes Hindernis für die Realisierung.

Regulierung als zentrales Hemmnis

McKenzies Aussagen verdeutlichen den grundlegenden Konflikt zwischen Klimapolitik und Energieinfrastruktur in Kanada. Das industrielle CO2-Preissystem, das eigentlich Anreize zur Emissionsreduzierung setzen soll, wirkt sich nach Einschätzung des Cenovus-Chefs negativ auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der kanadischen Ölindustrie aus.

Für deutsche Beobachter ist die Situation durchaus vertraut: Auch hierzulande wird intensiv darüber diskutiert, wie Klimaschutzauflagen und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in Einklang gebracht werden können. In Kanada spitzt sich diese Debatte nun auf ein konkretes Milliardenprojekt zu, das politisch gewollt, aber wirtschaftlich – zumindest nach aktuellem Stand – nicht tragfähig ist.

Die Aussagen McKenzies auf der Global Energy Show unterstreichen, dass ohne eine Anpassung des regulatorischen Rahmens die Lücke zwischen politischem Willen und privatwirtschaftlicher Investitionsbereitschaft kaum zu schließen sein wird. Wie die Regierungen in Ottawa und Edmonton auf diese Einschätzung reagieren werden, bleibt abzuwarten.

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