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CBI senkt Wachstumsprognose: Britische Arbeitslosigkeit erreicht Dekadenhoch

Der britische Industrieverband CBI warnt vor schwächerem Wachstum und steigender Arbeitslosigkeit durch globale Schocks und steigende Energiepreise.

CBI senkt Wachstumsprognose: Britische Arbeitslosigkeit erreicht Dekadenhoch

Der britische Industrieverband CBI hat seine Wachstumsprognose für das Vereinigte Königreich deutlich nach unten korrigiert. Gleichzeitig erwartet der Verband, dass die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt klettern wird. Als Haupttreiber nennt der CBI den Iran-Krieg, der die Energiepreise in die Höhe treibt und den Lebensstandard der britischen Bevölkerung belastet.

Besonders alarmierend ist die Inflationsprognose: Die Verbraucherpreisinflation soll im ersten Quartal des kommenden Jahres einen Höchststand von 3,7 Prozent erreichen. Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber dem April-Wert von 2,8 Prozent und deckt sich mit der Einschätzung der Bank of England.

„Die weltweiten Entwicklungen verschärfen die Wachstumsschwäche im Vereinigten Königreich. Wir haben das gesamte Jahr 2025 über eine schwache Dynamik beobachtet, aber ohne die jüngsten globalen Schocks könnten wir heute eine wesentlich positivere Debatte über die Wirtschaft führen", erklärte CBI-Chefökonomin Louise Hellem. Ihre Aussage verdeutlicht, wie stark externe Faktoren die britische Konjunktur belasten.

Wachstum und Arbeitsmarkt unter Druck

Konkret erwartet der CBI für das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Wachstum von lediglich 1,1 Prozent im Jahr 2026 und 0,9 Prozent im Jahr 2027. Das sind Korrekturen nach unten von 0,2 beziehungsweise 0,6 Prozentpunkten gegenüber der Dezember-Prognose des Verbandes – ein deutliches Signal, wie stark sich das globale Umfeld eingetrübt hat.

Noch besorgniserregender ist die Lage am Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit soll auf 2,0 Millionen Menschen oder 5,5 Prozent der Erwerbsbevölkerung steigen. Das wäre der höchste Stand seit Mitte 2015 und eine deutliche Verschlechterung gegenüber der bisherigen CBI-Prognose von 5,0 Prozent. Für britische Arbeitnehmer und Unternehmen bedeutet dies eine erhebliche Unsicherheit in den kommenden Jahren.

Die Bank of England dürfte auf diese Entwicklungen mit Zurückhaltung reagieren. Laut CBI-Prognose werden die Zinsen in den Jahren 2026 und 2027 unverändert bei 3,75 Prozent verbleiben. Eine geldpolitische Lockerung ist demnach vorerst nicht zu erwarten, was die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Verbraucher weiterhin belastet.

Einordnung: CBI-Prognose im Einklang mit OECD und IWF

Die Einschätzungen des CBI stehen nicht allein. Die Prognosen ähneln jenen, die im vergangenen Monat von der OECD und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) veröffentlicht wurden. Damit zeichnen drei bedeutende Wirtschaftsinstitutionen ein übereinstimmend trübes Bild für die britische Wirtschaft.

Politisch wird der Druck auf die Regierung von Premierminister Keir Starmer unterdessen größer. CBI-Hauptgeschäftsführerin Rain Newton-Smith forderte die Regierung bereits in der vergangenen Woche auf, die Wirtschaft nicht als „Geldhahn" zu betrachten. Sie betonte, dass der Beitrag der Unternehmen zum gesamten Steueraufkommen ein Rekordhoch erreicht habe – ein klares Signal, dass die Belastungsgrenze für den britischen Unternehmenssektor aus Sicht des Verbandes erreicht ist.

Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Englandgeschäft sind diese Entwicklungen relevant: Eine schwächelnde britische Wirtschaft, steigende Inflation und ein wachsender Arbeitsmarktdruck können die Nachfrage nach deutschen Exporten beeinflussen und das Investitionsklima auf der Insel weiter eintrüben.

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