Bundesbank warnt: Stagnation und steigende Inflation durch Iran-Krieg
Die Bundesbank erwartet für das zweite Quartal Stagnation und höhere Preise – ausgelöst durch den Iran-Krieg und steigende Energiekosten.

Die Bundesbank schlägt Alarm: Deutschland droht im zweiten Quartal 2026 eine wirtschaftliche Stagnation, während die Inflation weiter anzieht. Als Hauptursache nennt die Notenbank die steigenden Kraftstoffkosten sowie die anhaltende Unsicherheit infolge des Iran-Krieges. Das geht aus dem aktuellen Monatsbericht der Bundesbank hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.
„Die Inflationsrate dürfte in den kommenden Monaten hoch bleiben", erklärte die Bundesbank in ihrem Bericht. Zudem warnte sie, dass die Rate in der größten Volkswirtschaft Europas je nach der weiteren Entwicklung im Nahen Osten noch weiter steigen könnte. Die Unsicherheit über den Ausgang des Konflikts belastet damit nicht nur die Energiemärkte, sondern auch die gesamtwirtschaftliche Planung.
Die deutsche Inflation war bereits im April auf 2,9 Prozent gestiegen, nach 2,8 Prozent im März. Laut vorläufigen Daten ist dieser Anstieg größtenteils auf einen sprunghaften Anstieg der Öl- und Gaspreise zurückzuführen – ein direkter Effekt der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Schwaches Wachstum unter Druck
Die wirtschaftliche Lage Deutschlands war bereits vor der Eskalation angespannt. Im ersten Quartal 2026 wuchs die deutsche Wirtschaft lediglich um 0,3 Prozent – ein schwaches Ergebnis, das kaum Puffer für externe Schocks bietet. Nun droht im zweiten Quartal sogar eine Stagnation.
Die Bundesbank begründet diese Erwartung damit, dass höhere Energiepreise die Nachfrage der privaten Haushalte belasten. Gleichzeitig werden Investitions- und Produktionspläne der Unternehmen zurückgehalten, da die wirtschaftliche Planungssicherheit fehlt. Beide Faktoren zusammen bremsen das Wachstum spürbar ab.
Auch das Bundeswirtschaftsministerium hatte bereits vergangene Woche vor den Folgen gewarnt. Das Ministerium erklärte, dass das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal voraussichtlich einen erheblichen Dämpfer durch die Auswirkungen des Iran-Krieges erhalten werde. Damit decken sich die Einschätzungen von Notenbank und Regierung in einem ungewöhnlich deutlichen Maß.
Geopolitik als Wirtschaftsrisiko
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Zur AktienanalyseDer Iran-Krieg entwickelt sich damit zu einem zentralen Risikofaktor für die deutsche Konjunktur. Deutschland ist als exportorientierte Volkswirtschaft besonders anfällig für geopolitische Verwerfungen, die Energiepreise und globale Lieferketten beeinflussen. Steigende Öl- und Gaspreise treffen Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen.
Für Anleger bedeutet das aktuelle Umfeld erhöhte Unsicherheit. Stagnierende Wirtschaftsleistung bei gleichzeitig steigender Inflation – eine Konstellation, die Ökonomen als Stagflation bezeichnen – stellt eine besondere Herausforderung für die Geldpolitik dar. Die weitere Entwicklung im Nahen Osten dürfte daher auch die Finanzmärkte in den kommenden Wochen maßgeblich beeinflussen.


