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Britischer Notenbankchef warnt vor anhaltenden Inflationsrisiken

Fachkräftemangel und internationale Konflikte könnten Preise weiter anheizen, trotz sinkender Inflation

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Britischer Notenbankchef warnt vor anhaltenden Inflationsrisiken

Trotz eines Rückgangs der Inflationsrate auf 4,6 Prozent in Großbritannien bleibt der britische Notenbankchef, Andrew Bailey, besorgt über mögliche Inflationsrisiken. Bailey äußerte diese Bedenken vor einem Parlamentsausschuss und betonte, dass es zwar Anzeichen für eine Annäherung an das Inflationsziel der Zentralbank von zwei Prozent gebe, aber dennoch Risiken bestünden, die den Preisauftrieb anfachen könnten.

Ein Hauptgrund für diese Bedenken ist der anhaltende Fachkräftemangel in Großbritannien, insbesondere bei der Besetzung offener Stellen. Dieser Engpass auf dem Arbeitsmarkt könnte die Löhne erhöhen und somit die Inflation weiter antreiben. Andrew Bailey warnte auch vor den möglichen Folgewirkungen des Gaza-Krieges, die die Inflationsrate ansteigen lassen könnten. Insgesamt schätzte er die Risiken als nach oben gerichtet ein.

Die aktuelle Inflationsrate von 4,6 Prozent markiert das niedrigste Niveau seit zwei Jahren. Diese Entwicklung hat Spekulationen über mögliche Zinssenkungen ab Juni 2024 an den Finanzmärkten ausgelöst. Bailey hingegen betonte, dass es seiner Meinung nach noch zu früh sei, über solche Schritte nachzudenken.

Vor dem Parlamentsausschuss unterstrich Bailey, dass die Rückführung der Inflation ein langwieriger Prozess sei. Die Prognosen der Notenbank sehen vor, dass das Inflationsziel von zwei Prozent voraussichtlich erst bis Ende 2025 erreicht werden könne. Der Notenbankchef warnte auch davor, zu viel Gewicht auf die jüngsten Daten zu legen, die einen Rückgang der Inflation zeigten.

Die Notenbankerin Catherine Mann äußerte vor dem Ausschuss eine andere Ansicht und sprach sich für höhere Zinsen aus, um Inflationsrisiken zu bekämpfen. Sie betonte, dass es wichtig sei, das Engagement für das Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank zu festigen. Mann hatte bei der geldpolitischen Sitzung Anfang des Monats vergeblich für eine Erhöhung der Leitzinsen gestimmt.

Trotz ihrer Bemühungen entschied sich der geldpolitische Ausschuss mit sechs zu drei Stimmen dafür, den Schlüsselsatz von 5,25 Prozent unverändert zu lassen. Diese Entscheidung erfolgte nachdem die Londoner Währungshüter im September eine Serie von 14 Zinsschritten gestoppt hatten, mit denen sie versuchten, der hohen Inflation entgegenzuwirken. Die Debatte über den Umgang mit der Inflation und die geeigneten geldpolitischen Maßnahmen bleibt also weiterhin aktuell und kontrovers in Großbritannien.

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