EZB-Bankenaufsicht warnt vor wachsender Gefahr von Cyberangriffen
Erster Stresstest zu Cyberrisiken im Euroraum soll Schwachstellen bei Banken aufdecken und Auslagerungsrisiken prüfen

Die Europäische Zentralbank (EZB) und ihre Bankenaufsichtsbehörde sehen sich mit einer zunehmenden Bedrohung durch Cyberangriffe auf Geldhäuser konfrontiert. Anneli Tuominen, die Leiterin der EZB-Bankenaufsicht, warnte vor dieser steigenden Gefahr in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung". Sie betonte, dass die Bedrohungsniveau in Bezug auf Cyberangriffe auf IT-Systeme von Banken heute höher ist als vor der COVID-19-Pandemie. Obwohl bisherige Angriffe das Finanzsystem nicht ernsthaft destabilisiert haben, betonte Tuominen, dass die Banken und Aufsichtsbehörden wachsam bleiben müssen, da jederzeit eine erfolgreiche Attacke eintreten könnte.
Um auf diese wachsende Bedrohung angemessen reagieren zu können, plant die EZB im Januar 2023 ihren ersten Stresstest zu Cyberrisiken. Dieser Stresstest wird einen schweren simulierten Cyberangriff einschließen, der den Geschäftsbetrieb von Banken erheblich beeinträchtigt. Die Aufsichtsbehörden wollen insbesondere herausfinden, wie die Banken auf solche Angriffe reagieren, wie sie sich davon erholen und den normalen Geschäftsbetrieb wiederherstellen können. Der Hauptzweck dieses Tests besteht darin, die Schwachstellen in den Sicherheitssystemen der Banken zu identifizieren.
Fast alle derzeit von der EZB direkt beaufsichtigten 109 Banken im Euroraum werden in diesen Stresstest einbezogen. Interessanterweise müssen 28 dieser Banken zusätzlich zu den grundlegenden Tests detailliertere Informationen bereitstellen. Diese erweiterten Prüfungen werden insbesondere dort durchgeführt, wo Banken ihre IT-Prozesse an Drittanbieter auslagern, um Kosten zu senken. Die EZB-Bankenaufsicht ist besorgt darüber, dass diese Auslagerungen nicht immer mit angemessenem Risikomanagement einhergehen und dass Banken die mit der Auslagerung verbundenen Risiken nicht ausreichend erfassen.
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Zur AktienanalyseBesonders im Fokus der Aufsichtsbehörden stehen Dienstleister außerhalb der Banken, wie IT- oder Cloud-Anbieter. Die EZB-Bankenaufsicht ist entschlossen, dieses Thema genauer zu untersuchen, um sicherzustellen, dass die Banken angemessene Sicherheitsvorkehrungen treffen, um sich vor potenziellen Cyberangriffen zu schützen. Die zunehmende Bedrohung durch Cyberkriminalität erfordert eine umfassende Überprüfung und Vorbereitung, um die Stabilität des europäischen Finanzsystems zu gewährleisten.


