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Brasiliens BRB droht Milliardenverlust durch Banco-Master-Skandal

Staatliche Bank muss über 970 Millionen Dollar zurückstellen – Betrugsvorwürfe erschüttern Finanzsektor

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Brasiliens BRB droht Milliardenverlust durch Banco-Master-Skandal

Die brasilianische Staatsbank BRB steht vor massiven Verlusten durch Geschäfte mit dem insolventen Kreditinstitut Banco Master. Laut Aussagen eines Zentralbank-Direktors gegenüber der Bundespolizei muss die Bank voraussichtlich mehr als 5 Milliarden Reais (rund 970 Millionen Dollar) zurückstellen. Diese Summe ist nahezu doppelt so hoch wie die ursprünglich von der Zentralbank geforderte Rückstellung von etwa 2,6 Milliarden Reais.

"Die Höhe der Rückstellung in der Bilanz der BRB wird sehr groß sein. Mehr als 4 Milliarden Reais, mehr als 5 Milliarden. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie 5 Milliarden Reais übersteigt", erklärte Ailton Aquino, Direktor der brasilianischen Zentralbank, Ende Dezember in seiner Zeugenaussage. Die Stellungnahme erfolgte im Rahmen einer vom Obersten Gerichtshof geleiteten Untersuchung zu mutmaßlichem Betrug bei den Transaktionen zwischen BRB und Master.

Die BRB reagierte mit der Ankündigung eines Kapitalisierungsplans, um potenzielle Kapitallücken zu schließen. In einer offiziellen Stellungnahme teilte die Bank mit, dass jede Schätzung des Kapitalbedarfs auf den Einschätzungen der Zentralbank sowie einer unabhängigen Untersuchung basieren werde. Die Bank wird von der Regierung des brasilianischen Bundesdistrikts kontrolliert.

Geplante Übernahme gescheitert

Ursprünglich hatte die BRB Pläne zur Übernahme der Banco Master verkündet. Die brasilianische Zentralbank blockierte das Geschäft jedoch im September, nachdem die Privatbank in eine schwere Liquiditätskrise geraten war. Im Rahmen laufender Ermittlungen kam heraus, dass die BRB auch Wertpapiere von Master erworben hatte, von denen einige möglicherweise mit nicht existierenden Vermögenswerten in Verbindung standen.

Die Überweisungen zwischen den beiden Kreditinstituten beliefen sich laut einem Gerichtsurteil vom November auf insgesamt 16,7 Milliarden Reais im Zeitraum von Juli 2024 bis Oktober 2025. Aquino, der die Aufsichtsbehörde der Zentralbank leitet, erklärte in seiner Dezember-Aussage, dass die Währungsbehörde bereits seit März 2025 durch formelle Mitteilungen Bedenken hinsichtlich der BRB-Transaktionen geäußert habe.

Verhaftung und rechtliche Auseinandersetzungen

Die Banco Master wurde am selben Tag abgewickelt, an dem die Bundespolizei eine Operation wegen mutmaßlichen Betrugs bei der Bank einleitete. Der Eigentümer der Bank, Daniel Vorcaro, wurde zunächst verhaftet, später jedoch unter Auflagen mit elektronischer Fußfessel freigelassen.

Vorcaros Anwälte verteidigen die Transaktionen und erklären, die in die BRB-Geschäfte involvierten Kreditportfolios seien gegen Vermögenswerte getauscht worden, die ordnungsgemäß erfasst, geprüft und nach formalen Risikoklassifizierungsmethoden bewertet worden seien. Die BRB habe die Käufe der Vermögenswerte in Übereinstimmung mit technischen und buchhalterischen Standards genehmigt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken im brasilianischen Bankensektor und die Herausforderungen bei der Aufsicht staatlicher Finanzinstitute.

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