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Bosch-Krise verschärft sich: 20.000 Jobs weg, Gewinn halbiert

Konzernchef Hartung warnt vor weiteren Einschnitten – operative Marge bricht dramatisch ein

Bosch-Krise verschärft sich: 20.000 Jobs weg, Gewinn halbiert

Der Technologiekonzern Bosch steckt in einer der schwersten Krisen seiner Unternehmensgeschichte. Konzernchef Stefan Hartung sprach bei der Präsentation der vorläufigen Geschäftszahlen 2025 von einem "schwierigen, teils schmerzhaften" Jahr. Seine Prognose für 2026 fällt noch düsterer aus: "Ich kann keine Ruhe versprechen."

Die angekündigten Umstrukturierungsmaßnahmen müssten konsequent umgesetzt werden, so Hartung. Allein im Automobilbereich plant der Stuttgarter Konzern bis 2030 den Abbau von mehr als 20.000 Stellen. Ob es dabei bleibt, ist offen. "Es ist nicht sichergestellt, dass es nicht neue Maßnahmen geben muss", räumte der Vorstandsvorsitzende ein.

Operative Marge unter Druck

Der massive Stellenabbau belastet die Bilanz erheblich. Rückstellungen für Abfindungen und Sozialpläne drücken auf das Ergebnis. Der operative Gewinn brach 2025 auf nur noch 1,7 Milliarden Euro ein – nahezu eine Halbierung gegenüber dem Vorjahr. Neben den Restrukturierungskosten machen rückläufige Verkaufszahlen und ungünstige Währungseffekte dem Konzern zu schaffen.

Für das laufende Geschäftsjahr bleiben die Erwartungen gedämpft. Erst 2027 rechnet Bosch mit spürbaren Verbesserungen, allerdings nur in ausgewählten Märkten. Besonders problematisch: Das für Bosch zentrale Automobilgeschäft steht weiterhin massiv unter Druck.

Asien-Schwäche trifft deutsche Zulieferer hart

Die Nachfrageschwäche in Asien erweist sich als Hauptbelastungsfaktor. Chinesische Kunden bevorzugen zunehmend heimische Hersteller, was deutsche Zulieferer empfindlich trifft. In Europa kommt die Elektromobilität nur schleppend voran. Zusätzlich belasten die Zölle der Trump-Administration das US-Geschäft.

Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft sieht die starke Abhängigkeit von deutschen Autoherstellern als Kernproblem. Die "schwache globale Automobilnachfrage" und der "verzögerte Hochlauf der Elektromobilität" verschärfen die Lage. Hinzu kommen die im internationalen Vergleich hohen Produktionskosten am Standort Deutschland.

Betriebsrat befürchtet Verlagerung

Die Belegschaft blickt mit großer Sorge in die Zukunft. Luigi Bigotto, seit 38 Jahren bei Bosch und Betriebsrat am Standort Waiblingen, erlebt die Krise hautnah. Sein Werk wird bis Ende 2028 geschlossen. Er kritisiert die Unternehmensführung scharf: "Es geht vor allem um Gewinnmaximierung." Bigotto befürchtet eine weitere "Verschiebung in Billiglohnländer".

Konzernchef Hartung verweist auf den harten globalen Wettbewerb und "neue Wettbewerber", die kontinuierlich auf den Markt drängen. Die Kostensituation in Deutschland und die aus seiner Sicht übermäßige Regulierung belasten das Geschäft zusätzlich. "Das meiste regelt der Markt", so Hartung, "und auf dieses Prinzip sollte man sich wieder hinbewegen."

Für Bosch und seine Mitarbeiter stehen schwere Jahre bevor. Der Konzern konzentriert sich nun darauf, die angekündigten Stellenstreichungen sozialverträglich umzusetzen. Eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht.

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