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BofA senkt Brasilien-Zinsprognose wegen geopolitischer Risiken

Die Bank of America erwartet nun nur noch eine Zinssenkung um 25 statt 50 Basispunkte.

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BofA senkt Brasilien-Zinsprognose wegen geopolitischer Risiken

Die Bank of America (BofA) hat ihre Zinsprognose für Brasilien deutlich nach unten korrigiert. Statt einer Senkung um 50 Basispunkte rechnet das Institut nun für die Sitzung der Banco Central do Brasil in dieser Woche nur noch mit einem Schritt von 25 Basispunkten. Als Hauptgrund nennt die BofA eine merkliche Eskalation der geopolitischen Spannungen.

Die brasilianische Zentralbank hatte bereits auf ihrer Januarsitzung signalisiert, Spielraum für eine Lockerung der restriktiven Geldpolitik zu sehen. Laut BofA bleibt diese grundsätzliche Ausrichtung trotz erhöhter globaler Unsicherheit gültig. Die Bank betont jedoch, dass gestiegene Ölpreise und deren Volatilität die Aufwärtsrisiken für die Inflationsprognose erhöhen.

Ölschock als externer Faktor

Einen kriegsbedingten Ölpreisschock stuft die BofA als weitgehend exogenen Faktor ein. Dies erlaube der Zentralbank, sogenannte Erstrundeneffekte – also den direkten Preisanstieg durch teureres Öl – zu tolerieren und sich stattdessen auf die Bekämpfung potenziellen Zweitrundendrucks zu konzentrieren. Zweitrundeneffekte entstehen, wenn steigende Energiepreise sich auf andere Güter und Löhne übertragen.

Selbst nach einer Senkung um 25 Basispunkte würde der reale Ex-ante-Leitzins Brasiliens noch deutlich über 10 Prozent liegen. Die BofA schätzt den neutralen Zinssatz für das Land auf lediglich 5,5 Prozent – der Abstand ist damit enorm und signalisiert eine weiterhin stark kontraktive Geldpolitik.

Vorsichtiger Ton der Währungshüter erwartet

Die BofA geht davon aus, dass die brasilianischen Währungshüter einen betont vorsichtigen Ton anschlagen werden. Konkrete Forward Guidance – also klare Hinweise auf das künftige Tempo weiterer Zinssenkungen – werde die Zentralbank unabhängig von der Höhe des ersten Zinsschritts vermeiden. Für Anleger bedeutet dies erhöhte Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs Brasiliens.

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