Boeing meldet Quartalsgewinn dank Spartenverkauf
Der US-Flugzeughersteller Boeing hat im vierten Quartal einen Nettogewinn von 8,22 Milliarden Dollar erzielt. Der Turnaround gelang vor allem durch den Verkauf der Jeppesen-Sparte, während die Kerngeschäfte weiter Verluste schrieben.

Boeing hat das vierte Quartal 2025 mit einem Nettogewinn von 8,22 Milliarden Dollar abgeschlossen, was einem Ergebnis von 10,23 Dollar je Aktie entspricht. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Verlust von 3,86 Milliarden Dollar verbucht. Der deutliche Gewinnsprung ist allerdings primär auf den Verkauf der Jeppesen-Sparte an Thoma Bravo für 10,6 Milliarden Dollar in bar zurückzuführen.
Operative Herausforderungen bleiben bestehen
Trotz des bilanziellen Erfolgs kämpft Boeing weiterhin mit operativen Problemen. Die Sparte für Verkehrsflugzeuge verzeichnete einen Quartalsverlust von 632 Millionen Dollar, während die Verteidigungs- und Raumfahrtsparte 507 Millionen Dollar verlor. Zusätzlich musste das Unternehmen eine Belastung von 565 Millionen Dollar für das KC-46 Luftbetankungsprogramm verbuchen, bedingt durch höhere Produktionskosten.
Produktionssteigerung bei 737 MAX und 787
Positiv entwickelt sich die Produktion der wichtigsten Flugzeugtypen. Boeing beendete das Jahr mit einer monatlichen Produktionsrate von 42 Maschinen beim Bestseller 737 MAX und plant, die Fertigung der 787 Dreamliner auf acht Flugzeuge pro Monat zu steigern. Insgesamt lieferte der Konzern 2025 rund 600 Verkehrsflugzeuge aus – die höchste Zahl seit 2018.
Cashflow bleibt negativ
Die finanzielle Lage bleibt angespannt. Zwar generierte Boeing im vierten Quartal 375 Millionen Dollar an Barmitteln, verbrauchte im Gesamtjahr jedoch 1,9 Milliarden Dollar Cash. Verantwortlich dafür sind anhaltende Zertifizierungsverzögerungen bei den Programmen 737 MAX und 777X.
Strukturelle Veränderungen und Ausblick
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Zur AktienanalyseNeben dem Verkauf von Jeppesen erwarb Boeing den Zulieferer Spirit AeroSystems für 4,7 Milliarden Dollar in Aktien zurück und tilgte dessen Schulden in Höhe von über 3 Milliarden Dollar. CEO Kelly Ortberg kündigte in einem Mitarbeitermemo an, dass 2026 die Zertifizierung der Modelle 737-7, 737-10 und 777X sowie Fortschritte bei den verlustbringenden Festpreisprogrammen im Verteidigungsbereich Priorität haben.
Umsatzsprung übertrifft Erwartungen
Der Quartalsumsatz stieg um 57 Prozent auf 23,95 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 22,6 Milliarden Dollar deutlich. Die Boeing-Aktie reagierte im vorbörslichen Handel dennoch mit einem Minus von etwa 1 Prozent, da Investoren die anhaltenden operativen Verluste in den Kerngeschäften kritisch bewerten.


