Boeing erzielt ersten Jahresgewinn seit 2018 – dank Spartenverkauf
Der US-Flugzeugbauer Boeing schreibt erstmals seit sechs Jahren wieder schwarze Zahlen. Ein Milliarden-Deal mit dem Navigationsexperten Jeppesen macht's möglich – doch im Kerngeschäft kriselt es weiter.

Boeing hat die jahrelange Verlustserie durchbrochen. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete der Airbus-Konkurrent einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar – das erste profitable Jahr seit 2018. Allein im vierten Quartal stand ein Überschuss von 8,2 Milliarden Dollar zu Buche, nach einem Verlust von 3,86 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
Milliarden-Deal als Gewinnturbo
Der Hauptgrund für den Gewinnsprung: Boeing verkaufte den Navigations-Spezialisten Jeppesen für 10,6 Milliarden Dollar an den Finanzinvestor Thoma Bravo. Dieser Deal wurde im vierten Quartal verbucht und bescherte dem Konzern einen massiven Einmaleffekt. Der Umsatz kletterte im Gesamtjahr um ein Drittel auf 89 Milliarden Dollar.
Boeing-CEO Kelly Ortberg zeigte sich zufrieden: "Wir haben signifikante Fortschritte gemacht und die Grundlage geschaffen, um den Schwung beizubehalten." Gleichzeitig mahnte er in einer Mitarbeiterbotschaft, dass mit dem Fortschritt auch höhere Erwartungen von Kunden und Stakeholdern einhergingen.
Kerngeschäft bleibt Problemzone
Trotz gestiegener Auslieferungszahlen schrieb das Flugzeuggeschäft zum Jahresende erneut rote Zahlen. Mit 600 ausgelieferten Maschinen erreichte Boeing zwar den höchsten Wert seit 2018, doch die Profitabilität leidet weiter. Die vergangenen sieben Jahre waren geprägt von einer Serie von Krisen: Abstürze der 737 MAX, Corona-Pandemie, Lieferkettenprobleme, Qualitätsmängel und Arbeitsstreiks.
Strategische Neuausrichtung läuft
Um die Qualitätsprobleme in den Griff zu bekommen, übernahm Boeing den Zulieferer Spirit AeroSystems für 4,7 Milliarden Dollar zurück. Eine kostspielige, aber notwendige Maßnahme, um die Kontrolle über kritische Produktionsprozesse zurückzugewinnen.
Das Militärgeschäft belastete die Bilanz ebenfalls: Höhere Produktions- und Lieferkettenkosten beim Tankflugzeugprogramm KC-46 führten zu Abschreibungen und drückten das Ergebnis.
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Zur AktienanalyseAnleger bleiben skeptisch
Die Börse reagierte verhalten auf die Zahlen. Die Boeing-Aktie gab im vorbörslichen Handel rund ein Prozent nach. Investoren scheinen zu erkennen, dass der Gewinn hauptsächlich auf einem Einmaleffekt beruht, während das operative Geschäft weiterhin Schwächen zeigt.
Für Anleger bleibt Boeing eine Turnaround-Story mit hohem Risiko. Die Rückkehr zur nachhaltigen Profitabilität im Kerngeschäft wird entscheidend sein, um das Vertrauen der Märkte langfristig zurückzugewinnen.


